Grüne an die Ostfront!

Jetzt haben sie es bald geschafft, die Grünen! Wie man hört, werden sie die Leopard-Panzer höchstselbst an die Ostfront fahren, was aber noch etwa drei Monate dauern wird, weil der Einstieg von zwei Panzern für Ricarda Lang und Omid Nouripour vergrößert werden muss. Frau Bärbock*, als gelernte Turnerin, kommt das leichter rein. Nur – wie sie aus der Nummer wieder rauskommen, das bleibt fraglich.

Heute morgen hatte ich gerade die Kaffeemaschine und das Radio angestellt, als mir die Waffenlobbyistin Strack Zimmermann aus unserem hessischen HR-Info-Kriegshetze-Sender entgegenplärrte. So, wie der Hessischen Rundfunk äußerst unausgewogen mit einem Dauerfeuer gegen Nicht-Geimpfte schoss (und die Drosten/ Lauterbach/Spahn-Mafia fast täglich mit „Kommentaren“ beklatscht hat), wird jetzt der Druck auf Scholz forciert, damit endlich wieder Kampfpanzer gegen Russland rollen.
Auf Scholz! – als hätte der etwas zu entscheiden. Nein, das macht unser großer Bruder im Westen…
Angefressen von dieser Strack-Zimmermann (im Dienste des Waffenherstellers Rheinmetall) postete ich einen Beitrag an die Aktion #IhrHabtMitgemacht, den ich dann auch an HR-Info verschickte.

Nach meinem frühen Fronteinsatz zog ich los, um die Welt mit neuer Hoffnung zu erfüllen. Ein Apfelbäumchen habe ich zwar nicht gepflanzt, aber ich habe mir neue Scheibenwischer für meinen alten Hyundai gekauft!
Nicht zuletzt, um mir zu zeigen, dass das Lebbe weider gehd, wie mir Hesse sage und in der Hoffnung, dass es mehr Leute gibt, die sich diesen komplett Wahnsinnigen entgegenstellen. Kaum zurück entdeckte ich weitere Beiträge derer, die sich nicht von dem neuen 1914er-Hype haben mitreißen lassen.
Putinversteher Mathias Bröckers, der (vermutlich vom KGB) immer interessante Hintergrundinfos hat, erklärt, was der Deal ist, wenn wir deutsche Panzer liefern und welche widerlichen Geschäfte die Amis damit verbinden – natürlich wieder auf unsere Kosten.
Er beendet seinen Blog mit dem Hinweis: „Wer die nüchterne Einschätzung und Beurteilung des Kriegs von wirklichen Fachleuten erfahren will – zum Beispiel von den Ex-Generälen Harald Kujat oder Erich Vad – muss in entlegenen Schweizer Magazinen (“Zeitgeschehen im Fokus”) oder Frauenzeitschriften (“Emma”) stöbern. Die Herren mögen die vielleicht erfahrensten Militärexperten in Deutschland sein – in den ehemaligen “Qualitätsmedien”, wo NATO-Callboys mit Strack-Zimmermann um die Wette stöhnen,  kommen sie nicht vor.“

EMMA, das vermutlich letzte pazifistische Print-Magazin deutscher Sprache hat Ex-General Vad ausgiebig zu Wort kommen lassen, was weder in HR-Info noch im Deutschlandfunk zu hören war, während sich allerorts kriegslüsterne Kommentatoren die Klinke in die Hand geben.

Sarah Wagenknecht weist in ihrem Beitrag Erst Panzer, dann Kampfjets, dann deutsche Soldaten? Wer stoppt den Wahnsinn? darauf hin, dass Deutschland mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten völkerrechtlich bereits Kriegsteilnehmer ist, was von dem Historiker Daniel Ganser bestätigt wird.
Der ist natürlich keine seriöse Quelle, weil er – wie ich – ein nicht geimpfter Pazifist ist – weshalb alles, was wir äußern, nur Putin-Trollerei, Fake-Nachrichten und Verschwörungstheorie sind.

Oder Satire, womit ich mich rausreden werde, wenn mich der schwarze Kombi abholt…

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

*Bärbock- indianische Schreibweise: „Die es mit dem Bären verbockt hat“

Die Wundertüte

Achmed A. W. Khammas ist Syrer und lebt sein vielen Jahren in Berlin. Irgendwann vor Jahrzehnten sind wir uns auch mal begegnet. Sein www.buch-der-synergie.de ist die ausführlichste Darstellung von Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Eneuerbaren Energien im gesamten Netz! Sein Newsletter (mit den Daten seiner Vollmondfeste sowie Neuigkeiten von seinen Projekte und anderen Meldungen) sind für mich stets ein Genuss weshalb ich den zweiten Teil seines Januar-Newsletters mit den Links als Gastbeitrag veröffentliche*:

Achmed:
„Diesmal habe ich in erster Linie ein musikalisches Angebot für Euch. Wer kennt noch die seit dem Mittelalter existierende ‚Drehleier‘, die im englischen Hurdy-Gurdy genannt wird? Mir war sie als Instrument zwar bekannt – was jedoch Guilhem Desq damit anstellt, ist schier unglaublich. Weshalb ich zum Einstieg das Stück Omen empfehle, das man sich hier anhören kann:
https://www.youtube.com/watch?v=xdAYMgFm0So (07:31)

Der Tipp stammt von Jürgen Pötschik, und wer noch mehr will, der/dem sei die Homepage des irren Künstlers ans Herz gelegt, auf der sich auch seine bisherigen drei Alben finden und anhören lassen: https://www.guilhemdesq.com/en

Weitere Videos sind Le château magique, das musikalisch konventioneller ist, aber eine bezaubernde Animation beinhaltet:
https://www.youtube.com/watch?v=soP-VolZi0A (03:55)

Sowie der lange Mitschnitt eines Konzerts beim Alarma Punk Jazz Fest:
https://www.youtube.com/watch?v=MkqMH-qDl5I (01:10:49)

Und auch fürs Auge gibt es einige Empfehlungen, angefangen mit einem einzigartigen Meisterwerk des modernen Animationsfilms (für diejenigen, die Amazon prime haben). Im Alleingang, ohne jegliche Unterstützung, erschuf Gints Zilbalodis mit dem Film Away – Vom Finden des Glücks eine preisgekrönte, bezaubernde Geschichte und phantastische Bilderflut, die eine faszinierende Unterhaltung bietet:
https://www.amazon.de/gp/video/detail/B08ZY3SGBH/ref=atv_hm_hom_1_c_04xZL0_43_3

Wer es lieber unbewegt hat, kann sich Das Hochhaus – 102 Etagen Leben von Katharina Greve anschauen, das auf jeder Etage ein eigenes lebensnahes, oftmals witziges Szenario zeigt:
https://www.das-hochhaus.de

Zum Abschluß gibt es den Hinweis auf die Arbeit des türkischen Fotografen Alper Yesiltas, der sich von der Frage, wie einige der beliebtesten, aber kurzlebigen Prominenten der Welt heute aussehen würden, wenn es sie noch gäbe, zu einer Reihe von Porträts hat inspirieren lassen, die mit einer KI-Software ‚optimiert‘ wurden. Interessant… aber auch etwas erschreckend:
https://dornob.com/photographer-uses-ai-to-imagine-what-dead-celebrities-would-look-like-today

Und damit: Heiter weiter!
Achmed A. W. Khammas
D 10318 Berlin
Privat: www.khammas.de
Beruf: www.khammas.com
Blog: www.taz.de/blogs/datenscheich
Energie: www.buch-der-synergie.de

Die Schnute vom King

Gerade als mir meine Schwester Freitagabend per SMS mitteilte, dass im Fernsehen eine Doku über Clapton laufen würde (was mich nicht interessierte) wurde in den Nachrichten mitgeteilt, dass Jeff Beck verstorben wäre (was ich sehr bedauere).

Jeff Beck hatte ich (erstmals nach Jahren) wieder auf dem Schirm, als er mit dieser Wuschelbassistin Tal Wilkenfeld zusammenspielte und seine späteren Experimente mit anderen Musikern (wie zuletzt mit Johnny Depp) fand ich auch interessant. Depp hing vor Jahren oft mit Keith Richards ab und ist wirklich ambitioniert an der Gitarre. Dass Depp in Marcus Mumfords unglaublicher Performance von “Kansas City” (The New Basement Tapes) mitspielen durfte, mag ein PR-Gag gewesen sein, aber ich finde, er machte das gut. Und Beck würde mit Depp keine CD und Tour durchziehen, wenn der Depp nicht hätte mithalten können. Tja und dann starb Beck m 10. Januar an einer bakteriellen Meningitis.

Am 12.1.2023 verstarb dann Lisa-Marie Presley (Herzstillstand). Ob sie in den Rock’n Roll-Himmel auffährt oder dem KING in sein himmlisches Graceland folgt, weiß Gott allein.
Was ich aber weiß und nie vergessen werde geschah vor etlichen Jahren, ich glaube 1998, als ich einer Einladung zu einer Golf-Reise nach Südafrika folgte. Sun City war eine kontrovers diskutierte Adresse mit zwei Monster-Golfplätzen, bei denen Gary Player die Finger im Spiel hatte.
Wir waren Gäste im Palace of the Lost City Hotel, einer unglaublichen Location, und nach ein paar Tagen bekam ich durch einen gewissen Hype in der Hotel-Lobby mit, dass Michael Jackson während seiner Südafrika-Tournee einen Stock höher wohnte. Natürlich hatte er eine ganze Etage gebucht. Seine Security machte ein fürchterliches Tam Tam und sperrte alle Durchgänge, wenn Jackson durchs Haus zu den Limousinen wollte. Wir standen dann da und warteten, bis Jacksons Sicherheitschef nickte. Dann kam der kleine Michael mit seiner Entourage an uns vorbei gehuscht, so nah, dass ich ihn mit einem 7er Eisen hätte erlegen können. Keine Ahnung warum er auch Lisa-Marie Presley und Priscilla Presley im Schlepptau hatte, denn Lisa-Marie war mit Jackson längst nicht mehr verheiratet. Aber sie waren da und ich werde nie vergessen wie Lisa-Marie aus dem Lift kam: Es war etwas Stau im Foyer und sie stand direkt vor mir, jung und schön: Lisa-Marie Presley! Am meisten fasziniert mich ihre Oberlippe: Sie hatte die schiefe Schnute des KING!

Im Frühstückraum lernte ich Jacksons Tour-Betreuer Teddy Lakis aus München kennen, mit dem ich noch Jahre später Kontakt hatte. Er erzählte mir, dass Michael Jackson in Südafrika – ohne jede Presse – Kinderkrankenhäuser besuchen würde. Nur sein offizieller Fotograf, ein hochdekorierter Kriegsreporter dessen Namen ich vergessen habe, würde ihn begleiten.
Alle südafrikanischen Zeitungen im Hotel brachten alles Mögliche über Jacksons Besuch, aber seine Krankenhausbesuche blieben off the record.
Ich erzählte Teddy, dass wir in der Uni Gießen ein Kinderherzzentrum hätten und dass es toll wäre, wenn er mir ein Foto mit Widmung besorgen könnte.

Kein Problem, sagte er, was ich für einen Spruch hielt. Doch am Abend klopfte es an meine Tür und Jacksons Fotograf brachte mir ein Foto von Jackson mit einem kranken Kind auf dem Schoß. Ein paar Wochen später schickte Teddy noch mehrere Jackson-Bilder mit Widmungen, unter anderem für das Herzzentrum der Uni Gießen.
Zu der Zeit war ich Kommunikationsberater der Freeway Internet Service GMBH und brachte die Firma auf die Idee, die Jackson-Fotos zugunsten des Herzzentrums zu versteigern.
Der Galerist Reinhard Rätzel schuf den passenden Rahmen für die beiden Objekte: Das eine für die Versteigerung, das andere für das Herzzentrum, wo ich es Dr. Jürgen Bauer überreichte und wo es meines Wissens heute noch hängt. Die Versteigerung hatte viel regionale Presse, zumal es sich um eine der ersten Internetversteigerungen in Deutschland handelte. (1998).

Dr. Jürgen Bauer und Eugen Pletsch (Foto: Gießener Anzeiger)

Tja, so war das.

Auch im neuen Jahr -lebt lang und in Frieden!

Eugen Pletsch

Besinnliches zum Jahresausklang

Wie ein Hase in der Sasse zitternd sitze ich hier und warte darauf, dass die unverbesserlichen Vollpfosten dieser Welt ihre Böller auspacken, um das Neue Jahr zu erschrecken.

Mir stockte gestern der Atem, als ich im Radio eines der Schwafel-Weibchen hörte, die mit dem Wetterfrosch „tolles Wetter zum Feiern und Böllern“ prognostizierte (wird warm, man braucht keine dicke Jacke) und das, während draußen die neue Dauerhustenseuche tobt.
Tenor war: Die Menschen wollen feiern und wie schön, dass man endlich wieder böllern darf. Sozusagen als Akt der Befreiung: Saufen, feiern, böllern. Es fehlte nur noch, dass sich Waffenlobbyistin und Kriegshetzerin Strack-Zimmermann per Interview pro Knallerei ausgesprochen hätte (damit sich die Deutschen wieder an Kriegs-Dolby-Surround Sound gewöhnen können).

Dabei leben in Deutschland Millionen alter Leute, die sich vor dem Krach fürchten, abertausende traumatisierter Flüchtlinge, denen Bomben, Schüsse und Explosionen noch gegenwärtig sind, ganz abgesehen von Millionen Tieren, (z.B. Pferde und Hunde), die unsäglich unter den Böllern leiden.
Denn es sind ja nicht die Knaller von einst!
Wir haben früher auch ein paar Raketen oder Frösche angezündet, aber das, was sich heute abspielt, ist in seiner zeitlichen Länge, Lautstärke und Sprengkraft vollkommen inakzeptabel! Jemand erzählte mir, dass Polen via Dark Net einzementierte Sprengstoffmunition mit gewaltiger Explosionskraft liefert.
In den Städten mag die Polizei präsent sein, aber nicht in unseren hessischen Dörfern, in denen junge Pyrotechniker bis morgens um 5 ihr Unwesen treiben und Briefkästen sprengen.
Apropos sprengen: Ich wollte das Thema, das im ‚deutschen Meinungskorridor‘ tabu ist, eigentlich nicht mehr anfassen (sonst kommen zu den Böllern auch noch die schwarzen Helikopter dazu), aber Redacted aus den USA hat eine kurze, sehr polemische Zusammenfassung zur Nordstream-Sprengung in Netz gestellt, die (7:40) deutlich macht, woher der Wind wehte. Ob ‚Redacted‘ eine seriöse Quelle ist, muss jeder selbst beurteilen, aber in diesem Beitrag wird auch der EU-Parlamentarier Mick Wallace aus Irland zitiert, der klare Worte zum Nordstream-Skandal findet. (Link auf Twitter)

Um auf die Dauerhusten-Seuche zurück zu kommen: Da ist irgendetwas im Busch, denn es ist nicht die übliche Erkältungs- und Hustenwelle, die wir von früher kennen. Es hört irgendwie nicht auf. Gestern dachte ich, alles wieder OK, aber dann musste ich heute Nacht wieder UMCKALOABO schlucken, um weiter schlafen zu können. Das ist übrigens das einzige Hustenmittel von den vielen, die ich ausprobiert habe, das wirklich kurzfristig hilft. Die Herstellung eines Mittels (aus Knoblauch, Ingwer und Kurkuma), das mir im Oktober den wochenlangen Husten tilgte, wird auf Youtube vorgestellt (Mit deutschen Untertiteln). Mische ich mir heute wieder zusammen.

Mathias Broeckers verweist in seinem Blog Die Frankenstein-Viren aus der “Eco-Health”-Hexenküche unter anderem auf das Dossier von Olaf Arndt Die Chimären, mit dem Untertitel Wurde SARS-CoV2 synthetisch erzeugt, um als Waffe zu dienen? Eine aktuelle Analyse. Der Text von O. Arndt ist sehr lang und ich habe es nicht geschafft, ihn komplett zu lesen (geschweige denn zu verstehen), aber wen es interessiert, wer hier mit unser aller Leben rumspielt, könnte fündig werden.

Ex-Gesundheitsminister Spahn (den ich vom Lobbyisten zum Verbrecher hochstufe, siehe Filz & Fette  Kohle-Reportage der ARD) spricht davon, dass man sich jetzt gegenseitig verzeihen müsse. Und das, obwohl noch Hunderttausende unter den Folgen seiner Politik leiden.
Die Kampagne #ihrhabtmitgemacht zeigt, welchen Ausgrenzungen, Beschimpfungen und Diskreditierungen wir Covid-Ungeimpften ausgesetzt waren.
Ich habe diese Bill Gates / WEF-Geschichten nie ernsthaft recherchiert, geschweige denn kapiert, aber wer sich als unbedarfter Leser fragt, was die paranoide Welt der Verschwörungspraktiker so zusammenschwurbelt, wird in dem Artikel Götzendienst der Lüge fündig.

Und wer sich bei meinen Zeilen manchmal fragt, ob ich nach 30 erfolglosen Jahren auf dem Golfplatz nun ein Engagement als Putin-Troll angenommen habe, dem helfen die Nachdenkseiten weiter, eine der letzten Quellen, die nicht von den vielfältigen Manipulationsversuchen sowie Kampagnen und Strategien transatlantischer Meinungsmacher kontanimiert wird.

Euch allen wünsche ich ein friedliches Neues Jahr mit Glück, Gesundheit und hauptsächlich Frieden!

Eugen Pletsch

PS. Die Frage nach einer Abonnementsmöglichkeit wird hoffentlich im neuen Jahr gelöst. Lieber sind mir aber Postkarten, meine Adresse steht im Impressum.


Kalt das Wasser, still der See.
Foto: Eugen Pletsch

Wehe, wenn sie losgelassen…

wachsend ohne Widerstand… (F. Schiller)

Waffen für die Zeitenwende* forderte Verteidigungsministerin Lamprecht auf der sogenannten Sicherheitskonferenz in Berlin und plant, bei Rüstungsprojekten europaweit an einem Strang zu ziehen. Gemäß Scholz‘ Tagesbefehl an die Front „Nicht ruhen, bis Frieden in Europa gesichert ist“ versucht die neue Mutti unserer SoldatInnen emsig Frieden stiftende Waffen zu ergattern – was leider nicht so ganz klappt, weil andere Friedenstifter bereits vor ihr jede Menge Kriegsgerät bestellt haben.

Der Bericht der Tagesschau vom 30.11.2022 zur Sicherheitskonferenz in Berlin ist leider nicht mehr online, war aber in seiner Begeisterung über eine Waffenmesse, die im Aufwind des Ukraine-Krieges fröhlich gedeiht, an Obszönität kaum zu überbieten. Man sah förmlich, wie den Zeitenwende-Profiteuren der Sabber aus dem Maul lief.

Durch den Ukraine-Krieg wurde eine Situation geschaffen, die jetzt jene Kräfte jubeln lässt, die das mühsame Geschäft, Schlupflöcher in den Rüstungsexportbestimmungen zu finden, bis vor kurzem noch im Schatten betreiben mussten. Das ist vorbei: Im grellen Licht der Tagesschau-Öffentlichkeit blieb dem Bundesverband der Kriegsindustrie nur noch zu monieren, dass die Bundeswehr zu spät bestellt (und jetzt keine Munition hat).
„Jetzt werde anders eingekauft“, versichert Ministerin Lamprecht der Industrie und um die europäische Zusammenarbeit zu optimieren, müssten die deutschen Einschränkungen für den Waffenexport fallen.
Danke SPD, danke Grüne!

Seid Ihr denn von allen guten Geistern verlassen? Wo zum Teufel ist die Friedensbewegung? Wo die Intellektuellen, die Künstler, Wissenschaftler und all die Schlauberger, die sonst zu jedem Thema ihren Quark zu sagen haben?

Alle bereits auf Linie des Wahrheitsministeriums?

Dass man von Bill Gates bei einer Covid-Impfung ‚gechipt‘ wird, habe ich immer für Blödsinn gehalten. Aber offensichtlich hat man unserer Gesellschaft mit Lockdown und Massenimpfungen den gesunden Menschenverstand verödet und den Selbsterhaltungstrieb betäubt.
Selbst die Kids der Letzten Generation, die sich auf Autobahnen festkleben, werden eine CO2-freie Welt nicht mehr erleben, wenn diese Kriegslüsternheit so weitergeht!

Was in der Ukraine wirklich passiert, wie dieser Konflikt entstand und wer welche Grenzen überschritt, könnt Ihr selbst googeln. Ich wurde bereits von einem Menschen, der mich und mein links-ökologisch orientiertes Leben seit Jahrzehnten kennt, sofort als RECHTS diffamiert, nachdem ich (noch auf meinem Cybergolf-Blog) auf einen Kommentar von Ken Jebsen verlinkt hatte.
Jedes Ausscheren aus dem schmalen Pfad öffentlich geduldeter Meinung wird mittlerweile von solchen Tugendwächtern geahndet. Dann ist man ein Reichsbürger, Querdenker, Nazi oder Putins 5. Kolonne, auf jeden Fall staatsgefährdend, selbst wenn man (wie in meinen Fall) weder solche Leute noch ihre Ansichten kennt.

Irgendwie ist es eine verkehrte Welt geworden. Die einst (auf der ewigen Suche nach den Massen) gesellschaftskritische Linke läuft fromm auf Staatslinie und versucht panisch, sich von Sarah Wagenknecht abzugrenzen, obwohl sie (wenn man die Massen fragen würde) derzeit Deutschlands beliebteste Politikerin ist und vermutlich eine Mehrheit im Bundestag hätte-sofern sie mit einer Partei antreten könnte, die nicht von transatlantischen US- Interessen okkupiert ist (wie Grüne, Linke und Altparteien).
Zwar wurde der offizielle Meinungskorridor durch massiven Einsatz medialer Schlägertrupps von unliebsamen Autoren und ihren Ansichten geräumt, aber viele glauben längst nicht mehr an das Narrativ, dass die Chaos-Ampel zu den Themen Ukraine-Krieg, Waffen und Energiekrise in die Welt gesetzt hat.
Die schweigende Mehrheit weiß sehr wohl, wer die Nordstream-Pipeline gesprengt hat. Außer im Osten machen sie das Maul jedoch nicht auf und die, die sich äußern, werden diskreditiert.
„Man sollte besser nichts sagen“ meinte gestern auch der Mann, der meinen platten Reifen wechselte. Nein, sollte man nicht, wegen möglicher Verfassungsschutzrelevanter Delegitimierung des Staates, aber nach diesem Kriegsporno in der Tagesschau kam mir nächtens die Galle hoch.

Es ist ja nicht nur die Waffenindustrie, die auf einer Wumms-Welle von Steuerschulden surft. Mich gruselt bei dem Gedanken, dass auch unsere Polizei im weltweiten Trend der Aufrüstung mitschwimmt und wie sie agieren wird, wenn sich das Volk doch irgendwann, getrieben von Kälte und Armut, zusammenrottet. Krisen schüren Bürgerkriegsängste und ermöglichen, neue Technologien einzuführen, um Sondereinsatzgruppen mit Ausrüstung loszuschicken, über die sonst nur das Militär verfügt.
Wie die Technologie der Pein im Bereich Innere Sicherheit dann aussieht, hat Olaf Arndt auf Heise beschrieben.
Auch das Gespräch von Olaf Arndt über Die Herrschaft über die Wirklichkeit hat die Polizei mit dem Kriminologen Prof. Dr. Fritz Sack (anlässlich der Ereignisse während des G20-Gipfels 2017) ist in dem Zusammenhang interessant.

Weitere Quellen:
DEMONEN – Zur Mythologie der Inneren Sicherheit von Olaf Arndt.

Die „Chronik des Überwachungsstaates“ (auf NETZPOLITIK) dokumentiert eine Entwicklung, bei der verschiedene Regierungskoalitionen vielfach Gesetze verabschiedeten, die Überwachung ausbauen und Freiheiten einschränken.

Ich weiß nicht, ob man NETZPOLITIK noch lesen darf, ohne auffällig zu werden, aber ihr könnt es ja mal versuchen – solange die Golfplätze witterungsbedingt geschlossen sind. 😉

Lebt lang und in Frieden

Eugen Pletsch

Zeitenwende Emblem: Gerd Baumann

* Wer sich wundert, warum ich die GRÜNEN so gefressen habe: Die Musikergruppe ZEITENWENDE war einst Lieblingsband von Petra Kelly. Auf Petras Wunsch wurde ZEITENWENDE von dem Konzertveranstalter Fritz Rau zur ‚Grünen Raupe‘ eingeladen, bei der Musiker wie Konstantin Wecker, Klaus Lage, Bernies Autobahnband und andere den 1983er Wahlkampf der GRÜNEN unterstützten. Aus irgendeinem Grund war ich am Wahlabend des 6. März 1983 in Bonn dabei und nachdem klar war, dass die GRÜNEN als Partei in den Bundestag einziehen würden, standen wir alle begeistert auf der Bühne und sangen Dylans „The Times They Are A-Changing“. Niemand ahnte zu dem Zeitpunkt, dass die GRÜNEN zu diesen transatlantischen Kriegshetzern mutieren würden, die sie heute sind. Küppersbusch TV zeigt das so erschreckend wie lustig am Beispiel von Marie-Luise Beck: Staatsknete für die richtige Meinung.

PPS: Die Verlinkungen zur Tagesschau im Intro zu Beginn sind wunderbare Beispiele für ausgewogene Recherche und neutrale Meinungsbildung in öffentlich-rechtlichen Medien.

Der Phänomenbereich

Es ist reichlich Zeit ins Land gegangen, die ich mit endlosen Telefonaten zur O2 Hotline verbrachte, die (besser als ihr Ruf) zumindest in meinem Fall gut erreichbar war.

Es ging um häufige Leitungsabbrüche und eines Tages war schließlich alles inkl. Telefon mausetot. Für 24 Stunden erlebte ich ein wunderbares, fast vergessenes Gefühl von Freiheit. Es war, als wäre ich der Blase einer Doktrin, einem Gulag oder einer Entführung entkommen. Es war belebend. Aber anstatt mein neues Leben zu genießen (um weiter in Cal Newports Buch „Digitaler Minimalismus“ zu lesen), schlüpfte ich zurück in meinen digitalen Käfig und kaufte eine neue Fritzbox. Prompt stand die Leitung und ich begann, weiter auf meiner Web-Seite zu basteln.
Langsam bekomme ich eine Idee, wie die Seite aussehen könnte, die derzeit noch von meiner dunklen Golf-Vergangenheit dominiert wird. Dass ich mittlerweile drei Besucher habe (wovon ich bisher nicht ausgegangen war) wurde mir bewusst, nachdem ich zwei Mails erhielt.
Die erste Mail kam von Tina vom Golf Blog Berlin, mit der ich schon zu Cybergolf-Zeiten Kontakt hatte. Es war das erste Lebenszeichen, dass mich noch irgendwer aus der Golf-Szene auf dem Schirm hat. Und dann schrieb mir jener Leser, den ich im Beitrag vom 23.10.2022 erwähnt hatte und fragte nach den angekündigten Links zur Nordstream-Sprengung.

Dank meiner kaputten Fritzbox hatte ich diese Links zum Glück nicht veröffentlicht, denn wie ich via Youtube erfuhr, war es dem Bundesamt für Verfassungsschutz im Mai 2021 relativ unbeachtet gelungen, einen Phänomenbereich (wie sie es nennen) zu installieren, eine Art Ermächtigungsgesetz, nach dem die „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ unter Strafe gestellt wird.
Laut Google entstand dieses Gesetz weil, „verschiedene Akteure das Protestgeschehen gegen Corona-Schutzmaßnahmen instrumentalisieren, um losgelöst von jeder sachbezogener Kritik eine tatsächlich verfassungsfeindliche Agenda zu verfolgen“.
Nach meinem laienhaften Verständnis sind die Verfassungsschützer mit diesem Phänomenbereich jedoch über das Ziel hinaus geschossen, was Autor Till Müller-Heidelberg in seinem Artikel Querdenker und Co.: Rettet uns mal wieder der „Verfassungsschutz“? auf heise.de eine „gesetzwidrige Aufgabenerweiterung“ nennt:
Denn nun kann jeder zum Extremisten erklärt werden, der das aktuelle Staats-Narrativ in Frage stellt. Wer sich öffentlich gegen Aufrüstung, Ausplünderung unserer Wirtschaft, Armut und Frieren im Winter äußert, könnte die Aufmerksamkeit der Verfassungsschützer erregen, die sich (seit Corona) eigentlich um die derzeit von der Politik malträtierte Verfassung kümmern sollten. Müller-Heidelberg: „…es ist völlig unklar, wo die Grenze zwischen der auch vom Geheimdienst theoretisch akzeptierten Kritik an staatlichen Corona-Maßnahmen und der auf Verschwörungstheorien gegründeten Kritik zur Delegitimierung des Staates liegen soll. Eine klare rechtsstaatliche Abgrenzung ist nicht möglich und wohl auch nicht gewollt.“ 

Bisher trifft es nur Schwurbler, Corona-informierte Ärzte und Putin-Versteher, aber wer weiß, wann die Rasterfahndung auch meine kleine Website am Rande des digitalen Universums erreicht? Schließlich war ich einer der ersten radikalen Querdenker im deutschen Golfsport. Unwahrscheinlich, dass der Deutsche Golfverband nachtreten wird, aber ein Risiko besteht, oder?

Charles Bukowski meinte (sinngemäß), dass ein Knastaufenthalt für einen Autor wichtig wäre, um das System, in dem er lebt, zu begreifen. Für mich käme das jedoch zu spät. Erstens weiß ich bereits, dass wir nach Strich und Faden belogen werden und unsere schöne neue Welt vom militärisch-industriell-digitalen Komplex und seinen willfährigen Medien bestimmt wird, deren Lobbyisten längst nicht mehr Politiker-Klinken putzen, sondern (wie hierzulande) bereits Regierungen stellen.
Außerdem habe ich wegen meiner Polyneuropathie ohnehin ständig kalte Füße und ob ich im Gefängnis (wie derzeit nötig) fünfmal pro Nacht mein verschwitztes T-Shirt wechseln kann, ist unwahrscheinlich.
Fraglos ist das Rentner-Dasein ein heißer Ritt, der oft tödlich endet. Aber dass mich eine Staatschutz-Sondereinheit überfällt, wie es Corona-kritischen Ärzten geschah, möchte ich wirklich nicht erleben. Dass ich auf die Bild-Talk Sendung ‚Viertel nach Acht‘ verweise, fällt mir wirklich schwer, aber da wird von drei Gesprächsteilnehmern berichtet, inwiefern die Meinungsfreiheit außer Kraft gesetzt wird.

Also keine Links zum Thema Nordstream! Ich bin staatstreu im Rahmen der offiziell freigegebenen Meinungsvielfalt und warne dringend vor dem Netzwerk vermeintlicher Nachrichtenportale (mit russischer Propaganda) die Netzpolitik.org hat in Zusammenarbeit mit der WELT – Gott sei Dank! –  enttarnt hat.
Leider sind diese Recherchen von 2020. Broeckers.com (Putin-Versteher), die ‚Nachdenkseiten‘, der ‚Anti-Spiegel‘, sowie ‚Redacted‘ und ‚Russel Brand‘ (alle auf youtube), vor denen man ausdrücklich warnen muss, werden noch nicht erwähnt.

Ansonsten halte mich aus der Politik komplett raus, denn davon verstehe ich noch weniger als vom Golfspiel.

Lebt lang und in  Frieden

(ep)

23.10.2022

Gestern (wieder)entdeckte ich die Nachricht eines Lesers, der mir jahrelang kleine Spenden zukommen ließ. Er dankte mir darin für Cybergolf-Texte und Blogs, die er offensichtlich gerne gelesen hat. Auch in 2022 kam diese Spende und ich wies ihn im Frühjahr darauf hin, dass ich nicht mehr blogge und Cybergolf schließen werde. Das habe er sehr wohl vernommen, schrieb er zurück, aber er wäre nicht nur an Golf interessiert, sondern auch an anderen Themen.
Und was jetzt? Ich hatte den guten Mann vollkommen vergessen, der vielleicht seit Monaten auf einen netten Text wartet. Aber mir fällt nichts ein, von dem ich hoffe könnte, dass es ihn unterhalten würde.
Dass Ahorn und Walnussbäume ihr goldenes Laub bereits weitgehend fallen ließen, hat er vermutlich selbst bemerkt. Da er Akademiker und mindestens in meinem Alter ist, wird es sich vermutlich auch die Frage stellen, wie viele Nüsslein er in seine Höhle schleppen muss, um den verampelten Sanktionswinter zu überleben. Vielleicht hat er einen Holzofen, aber da er in Baden-Württemberg lebt (wo Rauch im Kamin sofort gemeldet wird) wird er vermutlich zwei Kretschmer-Pullover übereinander tragen müssen, wenn er seine morgendliche Kneipp-Waschung beendet hat.
Als langjährigem Leser könnte ich ihm Asyl anbieten, aber ich müsste im Blackout-Fall selbst auch zum Superspreader-Event in die Langgönser Turnhalle ziehen, wo sich die Senioren dann am Dieselgenerator aufwärmen und gegenseitig anstecken dürfen. Außerdem würde mein Gast sehr schnell feststellen, dass ich, wie andere frustrierte Ex-Humoristen, im Alltag alles andere als lustig bin.

Ich könnte etwas aus meinem geruhsames Rentnerleben schildern und wie ich im 2. Jahr versuche, einen Song von John Fahey auf der Gitarre zu lernen? Oder, dass ich jeden Tag neue wunderbare Folk-Sänger entdecke, die das sind, was ich mal werden wollte, zum Beispiel Gregory Alan Isakov , der gerade in Frankfurt spielte. Was ich leider verpasst habe, da ich mich mit meinem Husten nicht unter die Leute wage. (Meine erste Erkältung seit Jahren, die sich mittlerweile wie Long Covid anfühlt. Aber wie soll ich Long Covid haben, wenn ich nicht mal Covid hatte.)

Nein, das ist alles nichts. Da mich das Spiel mittlerweile aus seinen Krallen entließ, habe keine Ahnung, wofür sich Golfer interessieren – außer für Golf. Vielleicht mag er auch Videos? Ich sehe hin und wieder auf YouTube-Videos mit alten Gerhard Polt-Auftritten, um etwas über den Menschen zu lernen. Oder von Volker Pispers – auch alter Kram, aber hochaktuell, was den Betrug am Menschen angeht. Carolin Kebekus und die geniale Lisa Eckart mag ich auch. Olaf Schubert, den ich wegen seiner ausgefeilten Sprache genieße, habe ich kürzlich erst entdeckt.

Dagegen vermeide ich (aus gesundheitliche Gründen) alles worin die Narzissten Lanz und Precht, die Waffenlobbyistin Strack-Zimmermann oder der komplett irre Gesundheitsminister zu sehen sind. Soviel Selbsterhaltungstrieb darf sein.
Aber ob mein Medienkonsum den netten Leser interessiert, der bis 2022 gespendet hat? Wir wissen es nicht. Ich könnte ihm meine Sammlung internationaler Kommentare zur Nordstream-Sprengung anbieten, aber ob man diese Youtube-Links im Raum Stuttgart öffnen kann, muss ich erst noch klären. Schließlich ist das Hoheitsgebiet der grünen Wahrheitspartei.

Ihr /Euer

Eugen Pletsch

Hustensaison

Es ist Oktober und ich warte auf das alljährliche Oktober-Protokoll von Theo Köppen.
Hier eine kurze Nachricht an jene die sich wundern, warum ich nicht so flüssig wie sonst kommuniziere: Seit Monaten huste ich, aber letzte Woche ist die Angelegenheit zu einer Bronchitis eskaliert. Ich musste sogar Antibiotika nehmen. Es wurde besser, aber ich bin noch nicht fit und schwitze Tag und Nacht.
Normalerweise trage ich dann alte Bundeswehr-Unterhemden, weil die schön lang sind, aber mittlerweile wird mir von der olivgrünen Farbe schlecht. Olivgrün- die Farbe der Lüge. Einfach giftig.
Wie auch immer: Ich wollte die ganze Zeit an diesem Blog weitermachen, aber das wird sich ziehen – wie mein Husten. Ich fragte heute bei einer chinesischen Ärztin nach, ob Sie mich auch ohne Akupunktur behandeln könne. Nadeln vertrage ich nicht mehr. Mal sehen, was sie antwortet.
Bis dahin höre ich eine meiner Neuentdeckungen: Ian Noe, der mit einer Eindringlichkeit singt, wie man sie (ich zumindest) seit dem jungen Dylan (1963 in Newport) nicht mehr gehört hat. Ein ungewöhnlicher Poet, wie seine Songs ‚Lonesome as it Gets‚ oder Dead on the River zeigen.

PS. Eigentlich kam ich an den PC um ein Brokkoli-Rezept zu finden. So gehts…

So long.
Eugen

Grötschmanns Katze

An einem windigen, regennassen Tag trug Grötschmann seine Katze zu Grabe.
Grötschmann – Ihr erinnert Euch? In den ersten Jahren waren wir keine engen Freunde gewesen, höchstens Fairway-Gefährten. Heinz Grötschmann hatte damals eine besondere Stellung inne. Er war der einzige offiziell bestallte Zuhörer in einem deutschen Golfclub. Lange bevor wir mit ihm im GC Bauernburg den „Golftherapeutischen Pflegedienst“ gründeten, sammelte er bereits Erfahrungen in der Kunst des Zuhörens.

Golfer-Geschwätz ertragen ist die höchste Form der Vipassana-Meditation. Kaum einer weiß, was Heinz Grötschmann in seiner Zeit als aktiver Zuhörer für seinen Club – und die Menschheit – geleistet hat.

Jesus mag für unsere Sünden gestorben sein, aber Heinz Grötschmann hat alle unsere Sünden mit uns erlitten, egal ob verschlagene Drives oder 15 cm-Putts, die unaufmerksam und leichtfertig am Loch vorbeigeschoben der Mannschaft den Klassenerhalt kosteten. Selbst die lautstarken Siegertypen und Brüllochsen mit Bierschaum vor dem Mund ertrug er gelassen.

Üblicherweise ist es doch so:  Kommt jemand nach einem Turnier und fragt, wie man gespielt hat, will der das doch gar nicht wissen. Sie wollen doch nur selbst erzählen, wie toll oder grauslig sie gespielt haben. Hören kaum einen Moment zu, nicken kurz und fallen dir dann ins Wort. Hat jemand grottenschlecht gespielt, hebt das vielleicht noch die eigene Stimmung, aber sonst – wozu dieses endlose Gesülze? – nein danke. Könnte man sagen.

Aber Grötschmann hat sich alles angehört, hat die Leidenden aufgerichtet und mit einem Wort der Aufmunterung gestreichelt, hat die wirre Verzweiflung der Schwung-Gläubigen zum Weg der Erkenntnis geführt und war stets bereit, auch Gästen zuzuhören, die im Club niemanden kannten, der bereit gewesen wäre, ihren Tragödien und Triumphen zu lauschen.
Zum Ausgleich für diese unsägliche Geduld erhielt Heinz, der es nach seiner Scheidung nicht mehr so Dicke hatte, die Möglichkeit, seinem geliebten Golfsport in diesem Club kostenfrei nachzugehen, so wie dann später bei uns in Bauernburg. Wie ich bereits in ‚Golf Gaga‘ schrieb:

„Für den herzensguten Grötschmann war Golf eine kultische Handlung und er selbst sah sich als Diener einer launischen Göttin, die ohne Unterschied auf Rang und Ansehen belohnte und strafte, was seinem Verständnis von Gerechtigkeit entsprach.“

Ein Geheimnis, das kaum jemand kennt (und das ich auch in den Geschichten vom Golfclub Bauernburg in Achtung Golfer! geflissentlich zu erzählen vermied, betrifft die Existenz von Grötschmanns Katze. Die Katze hieß ‚Semikolon‘, er rief sie Sem. (Nicht Sam!)

Wer länger Golf spielt weiß, dass unser Spiel ein Paradoxon ist.

So wie Schrödingers Katze. Das Paradoxon von Schrödingers Katze besteht darin, „dass dem Gedankenexperiment nach eine Katze mit den Regeln der Quantenmechanik in einen Zustand gebracht werden könnte, in dem sie gleichzeitig „lebendig“ und „tot“ ist, und in diesem Zustand verbleibt, bis die Experimentieranordnung untersucht wird. Die gleichzeitig tote und lebendige Katze würde erst dann eindeutig auf „lebendig“ oder „tot“ festgelegt, wenn man sie beobachtete, also eine Messung durchführte. Das widerspricht der Anschauung und Alltagserfahrung mit makroskopischen Systemen.“ (Wiki)

Meines Wissens wurde das Paradoxon von ‚Schrödingers Katze‘ wissenschaftlich nie geklärt, aber Grötschmanns Katze hat dieses Paradoxon auf wundersame Weise gelebt. ‚Semikolon‘ war da und war nicht da, weshalb sie in „Achtung Golfer!“ auch nicht erwähnt wird – obwohl sie da war. ‚Semikolon‘ hatte eine rotbraune Farbe. Im Film „Inside Llewyn Davis“ spielt sie in einer Nebenrolle die zweite (falsche) Katze, die der Protagonist des Films, gespielt durch Oscar Isaac, irrtümlich eingefangen hatte, um sie den Besitzern zurückzugeben.

(Die erste Katze im Film war eine Katze, die zweite ein Kater, den ‚Semikolon‘ so überzeugend darstellte, dass alle am Set klatschten. ‚Semikolon‘ wurde übrigens zum Casting zusammen mit Marcus Mumford über London eingeflogen, was gewisse Komplikationen mit sich brachte, weil Mumford eine Katzenallergie hat.

Gitarren-Freaks sollten den Film allein schon wegen der 1925er Gibson L1, einer ‚Robert Johnson-Gitarre‘ unbedingt anschauen, die die Coen-Brüder (Produzenten) in ‚Norman’s Rare Guitar‘ gekauft hatten. Für Golfer ist der Film weniger interessant, es sei denn, sie sehen im Golfsport einen Weg der Bewusstseinserweiterung an. Dann könnten sie (Stichwort Ballverluste vermeiden durch ‚Vipassana‘) lernen, wie man Fenster und Türen bewusst im Auge behält, um Katzen am Davonlaufen zu hindern.

Grötschmann hielt es jedoch anders mit ‚Semikolon‘. Sie war eine freie Katze. Sie kam und ging. Man wusste nie, ob sie da war oder nicht. Golfplatzbetreiber erlauben Hunde auf ihrem Platz, aber einen Hinweis, dass Katzen willkommen wären, habe ich noch nie gesehen. Habe ich überhaupt jemals eine Katze auf einem Golfplatz gesehen? Ich kann mich nicht erinnern. Vielleicht sah ich einst eine Katze auf Mäusejagd, da wo sich das Fairway an einem Dorfrand entlang schlängelt, zum Beispiel auf der 12. Bahn des Golfclubs Attighof. Da könnte ich einer Katze begegnet sein, aber der Fuchs, der auf einem Nordhessischen Platz wohnt oder die Waschbären in Lich sind mit präsenter.

Von ‚Semikolon‘ wusste ich, dass sie oft mit Grötschmann auf dem Platz unterwegs war. Oder auch nicht, denn ‚Semikolon‘ war da und nicht da. Kaum eine Sekunde zu sehen, höchstens ein sandbraunes Huschen im Augenwinkel, wenn man sich sicher war, dass sie diesmal NICHT mitgegangen war. Aber habe ich ‚Semikolon‘ jemals gesehen?

„Da oder nicht da, wer soll das wissen?“ antwortete Grötschmann irgendwann auf meine Frage nach der Katze.

„Ist nicht alles, was wir wahrnehmen ohnehin nur ein Gedankenexperiment?“

Und nun ist sie tot. Grötschmann weigerte sich, Semikolon‘ dem Abdecker zu überlassen. Er grub ein Loch, dort auf dem Platz, wo ihr Grab keinen Golfer stören würde. ‚Schrödingers Katze‘ mochte tot oder nicht tot sein, Grötschmanns Katze verstarb an einem windigen, regennassen Tag. Eindeutig, sie war mausetot.

Am Abend saß Heinz Grötschmann im Clubhaus am Kaminfeuer und trauerte. Dann stand er auf um sein Leben zu verändern. Ich ging mit ihm, keine Ahnung wohin.

 (c) by Eugen Pletsch

Anselm ‚Ringo’Benner (1952-2021)

Erinnerungen an einen besonderen Menschen und wunderbaren Musiker

Der Maestro in Aktion (Archiv Mudel)

Im Frühjahr 2022 erfuhr ich, dass der geniale Gitarrist Anselm ‚Ringo’Benner im Herbst 2021 verstorben war. Das hat mich sehr berührt (siehe auch meine Geschichte zum Schluss) und ich kontaktierte einige seiner Freunde mit der Bitte, Erinnerungen aufzuschreiben. Alle Rückmeldungen von Ringos Freunden habe ich an dieser Stelle (auf meinem FOLK-Blog) veröffentlicht. Hier findet Ihr nur meine eigenen Erinnerungen an ‚Ringo’…
Eugen Pletsch

R.I.P. Ringo!

Der Ausnahmekünstler, den sie ‚Ringo‘ nannten…

Anselm Amadeus Benner, von seinen Freunden und Musiker-Kollegen ‚Ringo‘  genannt, wurde am 14.4.1952 geboren. Er war somit zwei Wochen älter als ich, aber wir begegneten uns erst 15 Jahre später.
Bei einem „Beat-Festival“ (das meines Wissens von der Stadt Gießen im Saalbau des alten Martinshofs veranstaltet wurde), trat Ringo erstmals unüberhörbar in mein Leben – und das der anderen Zuhörer.
Er war Gitarrist in einer Band („The Jewels Four“ oder so ähnlich), die mit ihren Glitzer-Jacketts eher in einem Strip-Club gepasst hätten. Ringo (ohne Glitzerjoppe) rockte den Laden derart, dass der Veranstalter abbrechen wollte, aber die Menge kochte und Ringo hörte nicht auf zu spielen bis der Hausmeister den Hallenstrom abschaltete. Unvergesslich!

1969 hing ich mit Hippies, Droogies und Folk-Musikern meist im „Haarlem“ ab, der damals angesagten Musik-Kneipe. Im Hinterhof gab es ein schmales Gebäude, in dessen Oberstock Musiker übten. Dort hörte ich Ringo, der „1983“ von Jimi Hendrix neuer Platte „Electric Ladyland“ spielte. Ich hatte mir diese Doppel-LP mit Hendrix‘ Surround-Effekten gerade verkauft und war vollkommen verblüfft, dass sich jemand wagte, diesen Song nachzuspielen. Aber Ringo spielte ihn in Perfektion und – soweit ich mich erinnere – sogar mit dem Stereo-Effekt, der den Song so spacy macht.

Die nächsten Jahre trafen wir uns immer mal wieder. Wir waren keine dicken Buddys, aber Ringo begegnete mir stets freundlich und respektvoll, was vielleicht daran lag, dass auch ich ihn während seiner Gelbsucht im Krankenhaus besucht hatte. Später hörte ich dann von seinem Job im Musikhaus Schönau und seiner Fähigkeit, Gitarren spielbar zu machen.
An seinem Bastel-Schreibtisch besuchte ich ihn öfter, wäre aber niemals auf die Idee gekommen, dass er auch meine Folk-Klampfen hätte tiefer legen können, was meinem Spiel gut getan hätte.

Auf der Bühne sah ich ihn letztmalig mit den OLDIES bei einer Kirmes in Großen Linden (?). Er spielte BASS!

Ringo am Bass

Es war, als hätte man von Paganini in einem Orchester gefordert, die Triangel zu spielen. Aber auch den Bass spielte er auf seine unvergleichliche Art, zusammengeschnurrt, in sich gekrümmt, den Blick auf dem Boden (als würde er Kleingeld suchen). Er schien von dem Getobe des Silberrücken-Sängers vollkommen unberührt in einer anderen Welt zu leben, aber ohne irgendeinen Ton falsch zu spielen. Ich vermute, seine Sehnsucht galt dem nächsten ‚Körbchen‘, das Lisa und ich ihm dann in der Pause brachten. (Da ich mein Leben lang Kirmesfeste gemieden hatte, wusste ich nicht was ‚Körbchen‘ sind. In dieser Nacht mit Lisa und Ringo lernte ich dann viele Körbchen kennen…).

Im Sommer 2019 hörte ich, dass man Anselm im Musikhaus Schönau gesehen habe. Er sähe nicht gut aus, hieß es. Ich bemühte mich um seine Telefonnummer. Da ich mich (nach 35 Jahren Pause) wieder mit Gitarren befasste, hoffte ich, ihn zu besuchen zu können. Nein, er wolle lieber mit dem Fahrrad nach Langgöns kommen, sagte er, was dann aber irgendwie im Sand verlief. (Ich hörte erst kürzlich von Tommy Kastl, dass Ringo gerne auch lange Strecken mit dem Rad fuhr).
Ich dachte öfter an ihn, aber dann kam Corona und der Lockdown. Im Frühjahr 2022 erfuhr ich von Friedhelm im Musikhaus Schönau, dass Ringo im Oktober 2021 verstorben wäre. Das hat mich ziemlich mitgenommen. Friedhelm sagte, dass Dale King ihn zuletzt begleitet hätte. Ich kenne Dale nicht persönlich, aber rief ihn an. Ich sagte ihm, dass ich Material über Ringo sammeln möchte, den ich als einen besonderen Menschen und wunderbaren Musiker in Erinnerung hätte. Es folgten viele SMS-Kontakte und Dale und Hans Hoss führten mich zu einem Netzwerk von Freunden und Mitmusikern, die offensichtlich (fast) alle froh waren, dass jemand bereit war, diesen besonderen (wenn auch besonders schwierigen) Menschen zu würdigen.
Ich erinnerte mich auch an Geschichten, die mir Andy Herchen (The Misfits) über Ringo erzählt hatte und rief Andy an. Er verschaffte mir den 1. Text, eine Jugenderinnerung von Karl W. Pfeil, weitere sollten folgen.

Meine Ringo-Recherche führte zu den Archiven seiner Freunde, die Kulturschätze an Tondokumenten, Bildern und Geschichten bewahren. Ich hoffe, dass sich vielleicht das Stadtarchiv oder eine andere Institution darum bemüht, dass diese Schätze nicht verloren gehen.

Die Gespräche mit Jürgen Balzer, Tommy Kastl und anderen Zeitgenossen eröffneten mir einen kurzen Blick in diese regionale, miteinander über Jahrzehnte verwobene Musikszene, die ich zwar als Zuhörer hin und wieder erlebt habe, von der ich als Folk-Musiker aber nie ein Teil war.
Dass ich diese Musiker und ihre Geschichten, Bilder und Tondokumente kennenlernen durfte, verdanke ich dem Ausnahmekünstler, den sie ‚Ringo‘ nannten. Danke!
Vielen Dank auch an alle, die bereit waren, Ringo mit ihrem Beitrag oder ihren Kontakten zu würdigen.

Eugen Pletsch

Lesungen

Live aus der grünen Hölle

„Mit tiefgründigem Humor führt Eugen Pletsch seine Zuhörer durch die grüne Hölle des ganz alltäglichen Golfer-Wahnsinns.“ KOSMOS-Verlag, Stuttgart

Beim Vortrag zum Jubiläum des Presse Golf Clubs
Lesung im Sansenhof
Signierstunde im GC St. Leon-Rot

„Über 90  Minuten fesselte und begeisterte Pletsch die Teilnehmer des Abends mit Texten aus seinem Buch „Golf Gaga – Der Fluch der weißen Kugel“. Und alle hätten sich noch mehr gewünscht, denn zu hören waren nicht nur Texte für Golfer, sondern für alle, die gerne lachen – und die waren auch gekommen. Man konnte regelrecht süchtig werden und nicht genug davon bekommen. (…) Ironie, Witz und auch Romantik …“
Gießener Allgemeine 17.9.07

Live im Öschberghof
Zuhörerinnen beim Porsche-Cup im Öschberghof
Zuhörer beim Porsche-Cup im Öschberghof

Rezensionen

„…eindeutig mehr als nur Golfliteratur …“

„Mit seinem erfrischenden Stil vermittelt Eugen Pletsch in Büchern und Lesungen Spaß am Golfspiel! Der Golf-Neuling wird nicht mehr davon lassen können; der Ewig-Suchende wird endlich begreifen und beim Veteranen kehrt die Leidenschaft zurück. Seine kritische Haltung zum „modernen“ Golfsport und das Faible des Autors für die Tradition des Spiels sind dabei unüberhörbar.“ *http://www.uni-protokolle.de/buecher/isbn/3440104397/

„Eugen Pletsch ist so etwas wie der Urvater der Golf-Blogger. Angefangen hat alles 1998 mit seinen „Golfnotizen“. Hunderte von Texte rund um das Golfspiel sind mittlerweile auf seinen Seiten erschienen, dazu echte Beststeller. „Der Weg der weißen Kugel“ beispielsweise oder auch „Golf Gaga“ und „Achtung Golfer!“Allesamt gewürzt mit der für Pletsch so typischen Prise Satire.“
Quelle: Alpengolfer

„Pletsch‘ Schreibstil ist anders als der Mainstream: Flüssig, mitunter auch mystisch – fesselnd und immer sehr direkt. Kleine Seitenhiebe auf versnobte Golfer und die geldgeifernden Schlägerhersteller gehen einher mit zu Comicfiguren stilisierten Flightpartnern, die wohl jeder schon getroffen hat.“
Thomas Klages im Golfsportmagazin

Über Notizen eines Barfußgolfer

„Wer wie ich seine golferische Sozialisation Anfang des Jahrhunderts erleben durfte, kennt Pletsch. Der Autor war damals so etwas wie eine Eminenz des Über-Golf-Schreibens. Seine Kolumnen und Blogs waren Kult, seine urkomischen Bücher waren Bestseller, und von Kritikern wurde er mit Loriot und Monty Python verglichen. Wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor hat Pletsch unser Spiel humorvoll erfasst und zu vermitteln verstanden. Mit „Notizen eines Barfußgolfers“ liegt eine Textsammlung des „tiefgründigen Humoristen“ und „glänzenden Beobachters des ganz normalen Golfwahnsinns“ aus den Jahren 2006 bis 2018 vor. Mit scharfer Feder schreibt er darin gegen Sky-Moderatoren an, gegen Dreiviertelhosen und langsames Spiel. Er raunzt laut und deutlich über bornierte Senioren und gegen Golfverbände. Aber – und das ist vielleicht das Wichtigste – er träumt stets leidenschaftlich von einem „spirit of the game“, auch wenn dieser Traum am Ende nur eine irrlichternde Hoffnung ist. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich. Und jeden Cent wert.“
Mark Horyna (perfect eagle)

Über Anmerkungen für Golfreisende

„Ein Buch, das viel mehr als nur ein Golf-Reisebegleiter ist, viel mehr ein Caddie zur Entschleunigung, sowohl des eigenen Schwungs als auch des Seins – „on“ und „off“ the course.“
H.D. auf Amazon

„(…) habe ich gleich bei der ersten Gelegenheit angefangen zu lesen. Ein tolles Gefühl. Entweder habe ich es selber erlebt, oder darüber nachgedacht, oder es sind Momente „über mich“ beschrieben und zielen genau auf meine Seele. Ich freue mich heute ins Bett zu gehen um weiterlesen zu können ….“
jagputters.com

„Ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch, der auf keiner Toilette aller Clubhäuser zwischen Flensburg und dem Brenner fehlen darf! Denn entspannt läuft’s eben nicht nur auf dem Golfplatz am besten
Eugen Pletsch betrachtet das Golfer-Leben wie immer mit einer gesunden Portion Humor. Das macht Spaß!“
Der Alpengolfer

„Ein Taschenbuch für Golf-Reisende, also im richtigen Bordgepäck-Format. Dabei ein dezentes, einladendes Cover, sehr gute Schriftgröße (!), und ansonsten schlicht gehalten – mickrig bedeutet für mich etwas anderes (ein Hochglanz-Buch ist z.B. auch nicht für 10 € zu bekommen!) Dafür ist es FSC-zertifiziert, was vielleicht echte Leser noch interessiert… also alles in allem für meinen Geschmack ein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis.“
Frau Oelmann

„Ein wunderbar lehrsames und unterhaltsames VADEMECUM für alle, denen das Glück zuteil wurde, über den von Technik und Zahlen eingeengten Tellerrand des Golfspiels hinausblicken zu können. Und für all jene, die von der Magie dieses schönsten Sports der Welt bisher nur eine vage Ahnung haben und bereit sind sich auf sie einzulassen.“
Ulrich Nitzschke, Autor von „Zen oder wie ein Samurai Golf spielen“

„Eugen Pletsch zeigt sich stilistisch wie inhaltlich, nach seinen „Achtung Golfer“ aus 2013, wieder von einer anderen Seite. Seine „Anmerkungen für Golfreisende“ bieten Lern-, Lust-, Aha- und Genau-so-ist-es-Effekte, dabei Augen öffnend und Perspektiven herstellend – ein leichtflüssiges Lesevergnügen mit viel Praxisbezug zum Spiel, Reisen, (verallgemeinerbaren) Erfahrungen…“.
Dr. W. Kuner

Über Achtung Golfer! – Schlägertypen in Wald und Flur

Mit tiefgründigem Humor führt Deutschlands Golfhumorist Nummer 1 seine Zuhörer anhand skurriler Erzählungen und sonderbarer Selbstbetrachtungen durch die grüne Hölle des ganz alltäglichen Golfer-Wahnsinns. Ein großer Spaß – auch für Nichtgolfer! KOSMOS-Verlag, Stuttgart

„Pletsch ist als Autor belebend eloquent und unterhaltsam, satirisch-kritisch. Interessierte, Einsteiger, aber auch bereits Erfahrene bis hin zu denjenigen Golfrelikten, die noch was vom „Spirit of the Game“ gehört haben oder gar zu leben versuchen, werden von Pletsch bedient.“
Dr. Wolfgang Kuner, Mentalcoach und Golfbuchautor

„Eugen Pletsch schafft es wieder mit Achtung GOLFER: Schlägertypen in Wald und Flur den Leser so zu bannen, dass er nicht aufhören kann zu lesen. Die Mischung aus Humor mit ernstem Hintergrund, die Ironie und der Sarkasmus, das Wissen um die Zusammenhänge und die Phantasie der unerwarteten Wendungen, der Geschmack und die Hingabe … all das macht auch dieses Buch zu einem Meisterwerk!“
Professor Groover (mehr Amazon-Lesermeinungen )
Über „Endlich einstellig!“

„Ein ’strong buy‘ für alle Fans, ebenfalls ein ’strong buy‘ für alle, die nicht wissen, was sie ihrem golfverrückten Partner dieses Jahr unter den Baum legen sollen und mindestens ein ‚buy‘ für alle, die ernsthaft mit dem Score unter die magischen 10 wollen.“ golfersdelight.de, Oktober 2009

„definitv literarisches Scratchgolf“ GOLFPUNK Winter 2009/Frühjahr 2010

„(…) ein großer Lesespaß.“ Frankfurter Neue Presse, 4.2.10

„Unbedingt lesenswert!“ golfsportmagazin.de, 28.12.0

Pletsch ist einfach gut!
Lese-Tipp: „Endlich einstellig!“, das dritte Golf-Buch von Eugen Pletsch, ist lesenswert. Denn die Geschichte zwischen Verzweiflung und Einstelligkeit ist amüsant und lehrreich zugleich. Zumal sich der Autor im sehr speziellen Golf-Kosmos wirklich gut auskennt. „Endlich einstellig! Golf und die Kunst des Scheiterns“, heißt der Titel des dritten Buchs von Eugen Pletsch. Nach „Golf Gaga. Der Fluch der weißen Kugel“ und „Der Weg der weißen Kugel: Skurrile Geschichten aus dem Golf-Alltag“ mussten die Fans des golfenden Bloggers aus der Nähe von Gießen eine Zeit lang warten, bis die Geschichte vom nervenaufreibenden Kampf mit dem Single-Handicap in die Buchläden kam. Aber jetzt ist es vollbracht, – und es ist ein ansprechendes Golfbuch geworden.
Autor Pletsch schafft es, seinen sehr ironischen Blick durchweg aufrecht zu erhalten und den Leser ins Boot zu holen. Nach wenigen Seiten fühlt man mit ihm. Das selbsternannte Ziel ist ein einstelliges Handicap. Doch die eigentliche Frage, ob es der Ich-Erzähler wirklich schafft, sein Handicap unter die magischen 10 zu verbessern, ist beinahe nebensächlich. Denn Pletsch kennt alle, die im kleinen Golf-Kosmos zu den Insidern zählen (Oliver Heuler, Mike Klais, Barbara Helbig, das spicy golfforum etc.) – und karikiert nebenbei die gesamte Branche.
Fazit: Ein witziges Buch, das sich schnell und unkompliziert liest, aber in einigen bekannten Situationen mehr Infos vermittelt, als mehrere Trainings-Ratgeber zusammen. Pletsch schreibt zudem sehr unterhaltsam, ist aber auch selbstkritisch – eine in der Golfwelt eher unbekannte Eigenschaft!
golf.de

Endlich einstellig!
Der Autor beschreibt in seinem Buch „Endlich einstellig! Golf und die Kunst des Scheiterns“ humorvoll und mit einem gehörigen Schuss Selbstironie den beschwerlichen Weg eines reifen Herrn, das Traumziel der meisten Hobbygolfer, ein einstelliges Handicap, zu erreichen. Ein Lesevergnügen für alle und die Erinnerung, Golf nicht allzu Ernst zu nehmen, auch wenn in vielen schottischen Golfclubs ein Spruch prangt: „Life is a game, but golf is serious.“ Schefflers Golfkolumne (FAZ)

Der schwere Weg aufs finale Podest
Pletsch‘ Schreibstil ist anders als der Mainstream: Flüssig, mitunter auch mystisch – fesselnd und immer sehr direkt. Kleine Seitenhiebe auf versnobte Golfer und die geldgeifernden Schlägerhersteller gehen einher mit zu Comicfiguren stilisierten Flightpartnern, die wohl jeder schon getroffen hat. Und so manche Passage im Buch regt zum Nachdenken an …“Endlich einstellig!“ ist weder Lehrbuch noch Anleitung. Es schildert die zunehmend den Tag und die Nacht prägenden Gedanken eines älteren Golfers, der es noch mal richtig wissen will. Die vielen Ratschläge und Tipps, die er bekommt und auf seine ureigene Art versucht, umzusetzen, sind aber trotzdem hilfreich eingebunden. Man muss sich zwar keine Art Dartscheibe aus über 200 Hilfsfloskeln basteln wie Eugen Pletsch, fühlt aber durchgehend mit ihm, wenn er sich an jeden Strohhalm klammert.Unbedingt lesenswert!
Thomas Klages im Golfsportmagazin

Über: Golf Gaga – Der Fluch der weißen Kugel

„Pletsch hat die Fähigkeit, so unglaublich intelligent und gleichzeitig brüllend komisch über Golf zu schreiben, dass es selbst gestandenen GolfPunk-Redakteuren das Wasser in die Augen drückt. Es gelingt ihm, eine unglaublich krude, aber trotzdem irgendwie anrührende Liebesgeschichte zusammenzubasteln, die dem Leser ebensoviel Lesefreude bietet wie die golferischen Stilblüten von Golf Gaga. Großer Sport!“
Götz Schmiedehausen in GolfPunk

„Angejuckt durch Eugen Pletschs „Golfnotizen“ – die ich leidenschaftlich gern lese -, kaufte ich mir das Buch und versank darin. Ich habe gelacht, geweint, mitgelitten und manchmal auch nur Bahnhof verstanden. Unvergessen bleibt mir u.a. der konspirative Plausch mit Dagobert Seicht über die Zahl 23, der Kampf Mensch gegen Natur an der Seite von Oliver Heuler (ein Brüller) oder die einfühlsame Ehrlichkeit eines Heinz Grötschmann (großartig). Meistens war ich mittendrin, statt nur dabei. Aber es gab auch Momente, da habe ich verstanden, dass der Protagonist ein ganz eigener Planet ist … und wir sind nur zu Gast. Aber genau das macht den Reiz dieses besonderen Stücks Golfliteratur aus, was eindeutig mehr ist als nur Golfliteratur. Aber das muss jeder für sich selbst ausprobieren. Meine Erkenntnis: ich bin offensichtlich nicht Golfgaga. Sollte sich daran aber etwas ändern, kaufe ich mir eine Trommel und eine Fahrkarte nach Bad Berzich.
birdies& bogeys (Bayern)

Köstlich komisch. Und zutiefst philosophisch.
«Ist Golfsucht nur ein weiteres Phänomen der Selbstsuche, die bisweilen auf Schotterwege gerät? (…) Ob ich einen spirituellen Pfad gehe oder den der Fairways – überall lächelt der Wahnsinn und lauert der Abgrund.»
Mancher Leser wird sich vielleicht wünschen, in diesen Spiegel nicht hineingeblickt zu haben, den der Autor – bekennender Golfjunkie – ihm hier vorhält. Ihm, seinem Spiel und seinem Leben im Club. Aber es führt kein Weg daran vorbei: Golfer, die es erwischt hat, sind nun einmal urkomisch in ihren Bemühungen, das Spiel zu spielen (und sich selber zu betrügen). Es sei denn, sie nehmen Golf wirklich als moderne Variante der Zen-Meditation: «Vielleicht ist es der Zweck des Golfweges, die Annahme unserer Unvollkommenheit zu üben. Wenn uns das gelingt, können wir Frieden schließen – mit uns und mit unserem Golfspiel.» Dazu tragen dann auch die wirklich wunderschön kalligraphierten Illustrationen von Klaus Holitzka bei.“
Jürgen Nakott auf www.nakott.de
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

Ich fand „Golf Gaga“ wunderbar, habe gelacht, geschmunzelt und war berührt.
Terry Schoenian

Ein Lesegenuss, den man nicht so schnell wieder aus der Hand legt.
Golfsportmagazin

„dein buch hat mir außerordentlich viel vergnügen bereitet und ich empfehle es meinen bekannten als „must“ zum lesen.“
Hans Peter Kregelius

Ein Golfer liest nicht, er spielt Golf!
„Wenn ein erfolgreicher Golfautor („Der Weg der weißen Kugel“) das behauptet und dennoch ein weiteres Buch schreibt, weiß er, was er tut. Eugen Pletsch unterzieht sich hierin einer medizinischen Studie, um seiner Golfsucht auf den Grund zu gehen.
„Training hat keinen Sinn mehr. Golf ist ein State of Mind. Illusionen, Visionen und eine Gratwanderung zwischen Trance, Trauma und grässlichen Träumen“ – so sieht der Typ aus, der das Gefühl hat Golf-Gaga zu werden. „Und eines Tages taucht plötzlich die Frage auf: War da nicht sonst noch was? Das Leben?“ Der Erzähler begegnet dem Leben in seiner schönsten Form. Er verliebt sich in seine Therapeutin. Und da so etwas nie gut gehen kann, entsteht daraus auch bei Pletsch kein Happy End, sondern ein Schock. Geheilt ist er vielleicht trotzdem, sowohl von seiner Golfsucht als auch von der späten Liebe. Aber was heißt schon Heilung? „Vielleicht ist es Zweck des Golfweges, die Annahme unserer Unvollkommenheit zu üben. Wenn uns das gelingt, können wir Frieden schließen – mit uns und unserem Golfspiel.“ Dass Pletsch die neue Friedlichkeit nicht allzu wörtlich nimmt, wird deutlich, wenn er mit sezierender Schärfe Menschen und Situationen beobachtet und sich selbst nicht schont. Der Abschied vom ungeliebten Etikett des „humoristischen Golfautors“ ist ihm mit diesem Buch gelungen. Der Fluch der weißen Kugel wird ihn aber vermutlich weiter verfolgen.“
Dr. Beate Jürgens in GOLFstyle international 4/2007

„Unbestritten (…) ist, dass sein 2005 erschienenes erstes Golfbuch, „Der Weg der weißen Kugel“, nicht nur eines der lesenswertesten Bücher zum Thema Golf in Deutschland, sondern auch der erfolgreichsten war. (…) Auch wenn sich Buchautor Pletsch gerne als Golf-Satiriker bezeichnet, werden Leser seines neusten Machwerks, „Golf Gaga“ (Kosmos-Verlag Stuttgart, 256 Seiten, €16,95, ISBN 978-3-440-11260) auch hier wieder nicht nur messerscharfen Humor vorfinden, sondern auch reichlich Stoff zum Nachdenken über Gott und die Welt und vor allem über das eigene Verhältnis zum schönsten Spiel der Welt. Heitere Gelassenheit hält Pletsch für den Schlüssel zu erfolgreichem Golfspielen, und das ist ein Tipp, für den man beim Trainer oder Therapeuten ansonsten sehr viel Geld bezahlen müsste. ( … )
Am besten nähert man sich als golfender Leser diesem Band vielleicht so wie einem Abschlag: konzentriert, aber locker und offen, erfüllt von der Vorfreude auf das, was sich gleich abspielen wird und dennoch ein bisschen bange – denn man weiß ja in Wirklichkeit nie, wohin gleich die Reise geht.
Tim Cole © infocomma GmbH

„Alle Menschen analysieren beim Lesen permanent das Verhältnis von Kosten und Nutzen, wenn auch meist unbewusst: Der investierten Zeit und Konzentrationsenergie muss ein ausreichender Gewinn an Informationen und Unterhaltung gegenüberstehen — andernfalls liest man nicht weiter. In 95 Prozent der Fälle komme ich bei Golftexten überden ersten Absatz nicht hinaus. Und selbst wenn ich mich in der Hoffnung auf eine Steigerung des Autors zum Weiterlesen zwinge, steht am Ende doch meist nur ein Gefühl lauen Behagens. Eugen Pletsch gehört zuden ganz wenigen deutschsprachigen Golf-Autoren, die ich praktisch immer mit prallem Behagen zu Ende lese.“
Oliver Heuler, Golfforum

„Golfgaga hat mich mental unheimlich weitergebracht, weil ich jetzt weiß, dass es nicht nur darum geht den weißen Ball in ein kleines Loch reinzubringen, sondern dass man es auch genießen kann einfach nur auf dem Golfplatz zu sein.“
Peter B. Kohlmann
Quelle: Golfforum

Über „Der Weg der weißen Kugel“

„Der Autor enttarnt Golf, Golfer und das zugehörige Ambiente mit einem listigen Augenzwinkern.“
abenteuer und reisen

„Witziger Band für Golfer, die dem Sport auch eine unterhaltsame Seite abgewinnen.“
Süddeutsche Zeitung“

Endlich haben Deutschlands Golfer etwas zu lachen!“
Teneriffa genießen 5/2006:

„Ein ideales Buch für Weiterdenker und Menschen mit Sinn für Ungewöhnliches.“
Hans Peter Kregelius in der SZ-Beilage „golf spielen““

Golf-Veteranen werden sich mit diesem Buch herrlich ärgern. Ein abgefahrenes Buch!“
G.O.L.F.-Time

„Pletsch wagt den Quantensprung. Auch langjährige Enthusiasten erfahren bisher unbekanntes, Skurriles und Überraschendes uns sehen Historisches in einem neuen Licht.“ GJ Urteil: „ungewöhnlich, schräg und fernab der ausgetretenen Literaturpfade“
Golf Journal

„Wer Golfer in seinem Bekanntenkreis hat, kann dieses Buch gleich auf seine Weihnachts-Geschenkeliste nehmen“
Nordsee-Zeitung

Eugen Pletsch, Herausgeber zahlreicher Glossen und Betreiber der Website www.cybergolf.de ist ein glänzender Beobachter des ganz normalen Golfwahnsinns. Er legt seine treffenden Beobachtungen in Anekdoten und Kurzgeschichten nieder, bei deren Lektüre man teilweise auf dem Boden liegt. Aber Pletsch schreibt nicht nur einfach witzig sondern zutiefst hintersinnig.
Golfunterricht.org

„Ein ungewöhnliches Golfbuch! Eugen Pletsch rückt die Relationen zurecht, in einer Art von Kulturkritik am Geschehen in unserer Szene. Vor allem für Golfeinsteiger eine unentbehrliche Wahrnehmungshilfe, um mit den Auswucherungen dieser Sucht Golf besser zurecht zu kommen. Für etablierte Golfer bereitet er mit sicherem Urteilsvermögen und einer klaren, präzisen Sprache – zugleich flott-journalistisch – unsere geschlossene Golfwelt neu auf. Ein Augenöffner und Zurechtrücker in jeder Zeile ironisch-tiefgründig und witzig, lehrhaft und doch nicht belehrend in höchstem Maß unterhaltsam.“
SPORTTEST

Darf der das? Die „Notizen eines Barfußgolfers“, wie der Untertitel des 1998 erschienenen Buches „Der Weg der weißen Kugel“ von Eugen Pletsch hieß, sind in der neuen Version zu „skurrilen Geschichten“ geworden. Der Barfußgolfer trägt inzwischen Golfschuhe und gibt sogar Tipps zum Kauf und zur Pflege, er hat jedoch nichts von seinem Biss eingebüßt. Und dass er beißen kann, hat schon der eine oder andere Protagonist in der Golf-Szene erfahren müssen. Auch dem Leser werden solche Nehmer-Qualitäten abverlangt. Dafür bekommt er jedoch etwas geboten, was sich erfrischend von all den rechthaberischen Golf-Rezept-Büchern abhebt und dennoch jede Menge Informationen für Einsteiger und Fortgeschrittene bereithält. Golf-Pro Oliver Heuler empfiehlt das Buch seinen Schülern, was nicht nur für das Buch, sondern auch für Heuler spricht. Denn welcher ernsthafte Golfspieler kann und will schon über sich lachen? „Der manisch-depressive golfende Gartenzwerg in karierten Hosen ist eine allgegenwärtige Realsatire“, stellt Pletsch fest. Aber wenn es um Satire geht, sitzt nun einmal seit Tucholskys Zeiten halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel. Und auch falls sie nicht auf dem Sofa, sondern am 19. Loch sitzen, verstehen nur wenige Spaß, wenn sie sich bei Pletsch als „dröge, alte Zausel“ oder als „grantelige Weiber“ wieder finden. Übrigens: Wer nach der Lektüre Gefallen daran gefunden hat, sich und den Golfsport aus einer unorthodoxen Perspektive zu betrachten, der sollte Eugen Pletschs Golfportal www.cybergolf.de zu seinen Web-Favoriten hinzufügen.
(bj) GOLFStyle international

„Wer will denn skurrile Geschichten über Golf lesen? Jeder! Der Golf-Hasser schon mal sowieso, denn der sucht nach Bestätigung seiner Abneigung („Die spinnen doch alle, echt jetzt!“), der Einsteiger, um mal zu sehen, was da so dran ist („Alle Welt latscht da übern Acker und sucht nach weißen Bällen. Wo ist denn da der Spaß?“), der Fortgeschrittene, weil er hofft, noch einige Geheimnisse zu klären („Die freischwingende Zentrifugalebene?“). Nur der Kenner nicht, der verschenkt es lieber („Hab’s noch nicht gelesen, soll aber ganz lustig sein…“). Eugen Pletschs Golf-Geschichten sind sogar sehr lustig, passend illustriert von Peter Ruge.“
Fortuna Buch Service

„In unterhaltsamen Kurzgeschichten und Situationsberichten erzählt Eugen Pletsch von Golf. Pletsch ist (…) ein wirklich virtuoser Geschichtenerzähler, der ideale Autor also für eine Golfchronik der etwas anderen Art. „Der Weg der weißen Kugel“ passt in kein gängiges Genre: Es gibt Satiren, die dem Leser ganz neue Sichtweisen eröffnen, Tipps und Hintergrundinformationen zur Entwicklung des Golfsports in Vergangenheit und Gegenwart. Die lebendig gezeichneten Figuren, die in den verrückten Geschichten auftauchen, zeichnen liebevoll- ironischeinige Spielertypen nach und lassen uns die tieferen Werte des Golfspiels erahnen. Hilfreich sind ein Glossar mit humorvollen Erklärungen sowie zahlreiche Erläuterungen im Text. Das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk. Allerdings sollte man nicht vorher versuchsweise hineinschauen, weil man dann nicht mehr so ohne Weiteres von der Lektüre loskommt und unter Umständen den zu Beschenkenden verärgert, weil man zu spät und überdies mit einem zerlesenen Mitbringsel auftaucht.“
Vereinigung clubfreier Golfer Heft 1/2006

Spielt Gott Golf ? Ist die Welt ein Golfball? Wir wissen es (noch) nicht sicher, aber dieses Buch steuert viele neue Verdachtsmomente bei!
Carl-Ludwig Reichert, Bayrischer Rundfunk

„You have to understand that Eugen is one of those rare birds: A FUNNY GERMAN.“
Lord Timbo 

Lesungen: Life aus der grünen Hölle

„Mit tiefgründigem Humor führt Eugen Pletsch seine Zuhörer durch die grüne Hölle des ganz alltäglichen Golfer-Wahnsinns.“ KOSMOS-Verlag, Stuttgart

Beim Vortrag zum Jubiläum des Presse Golf Clubs
Lesung im Sansenhof
Signierstunde im GC St. Leon-Rot

„Über 90  Minuten fesselte und begeisterte Pletsch die Teilnehmer des Abends mit Texten aus seinem Buch „Golf Gaga – Der Fluch der weißen Kugel“. Und alle hätten sich noch mehr gewünscht, denn zu hören waren nicht nur Texte für Golfer, sondern für alle, die gerne lachen – und die waren auch gekommen. Man konnte regelrecht süchtig werden und nicht genug davon bekommen. (…) Ironie, Witz und auch Romantik …“
Gießener Allgemeine 17.9.07

Erinnerungen

Ein kleine Auswahl von Fotos: Spielpartner/innen, Freunde, Golfprofessionals, Events und Pro-Ams ….

EP, Frau Oelmann, Siggi Demand (Langjährige Spielpartner)
???, Glen Hutchinson (Pro) Eugen im GP Winnerod
Uli, Fritz und Hans (langjährige Spielpartner)
Mein Freund Fritz Adler, unser Clubbastler
AIM Point Seminar im GP Winnerod (Männe, EP, MMD und Rolf Kinkel)

Mit Klaus Holitzka und Andreas G. Karácsonyi im GC Odenwald
Mit meiner Trainerin Barbara Helbig (Siehe „Endlich einstellig!“
Mit OPEN Champion Paul Lawrie in Düsseldorf
Young Guns beim Pro/AM der EPD-Tour in Fulda
Inner Game Coach Frank Pyko besucht den GP Winnerod
Nach einer Runde mit Thea Hoffmeister beim Final Four in Lich
Clubmanager und Cybergolf-Förderer Tim Schneider
Andreas G. Karácsonyi besucht den GP Winnerod
Beim AEG GOlf & Cook
Mit den Pros Marcel Haremza und Christoph Günther
Die üblichen Verdächtigen im Pressezelt der 25. BMW Open
Mit Bernhad Langer (Siegerehrung Pulheim)
Mit Golflegende Moe Norman in Orlando, Florida
Mit Darren Clark in Köln
Mit meinem Kurzeit-Chef Oskar Brunnthaler
Mit Seve beim Sushi Essen (BMW Open)
PR-Tag mit Marcel Siem
Mit dem Gentleman Gonzo Fernandez, ProAm Partner in Pulheim,
Jiminez, Pletsch und Fdez-Castano 2008
Mit Uschi Beer und Nick Faldo in Leverkusen
Mit Pro/Am Partner Gary Orr (BMW Open, München)
Mein 1. Pro/Am Partner Mark Roe, Mercedes Masters, Mönsheim)
Willi Hoffman, Peter Coleman und Bernhard Langer (German Open in Hubbelrath)

Endlich erleuchtet!

Erstellt: 21. Juni 2019

Aus unserer Serie „Oldies but Goodies“ heute: Ein kleines Telefonhörspiel aus der Zeit als ich einem bekannten Golfprofessional (Pro) noch regelmäßig mit meinen Anrufen auf die Nüsse ging…

„Tut Tuut“„Tut Tuut“

Pro: Ja bitte?

EP: „Hi, ich bin´s…“

Pro: unterdrückter Seufzer: Oh, prima, na, was kann ich für Dich tun?

EP: Och, wollte mich nur mal melden …

Pro: Das ist nett. Es war schön mit Dir zu reden…

EP: Hey!

Pro: Ja?

EP: Ich bin jetzt endlich erleuchtet!

Pro: (Pause, dann atmet er wieder): Gute Nachricht! Großartig!  Also – es war schön mit Dir zu reden…

EP: Nein, ich meine es Ernst!

Pro: Na prima, endlich. Und seit wann bist du …äh … erleuchtet?

EP: Es fing an, als mir das Eisen 5 auf den nackten Zeh knallte. Das war eine sehr intensive Erfahrung und ich spürte, dass jetzt etwas passieren wird. In der ZEN- Literatur ist das exakt so beschrieben: Es gibt Vorzeichen der Erleuchtung …

Pro: (plötzlich interessiert) Und was passierte dann?

EP: Dann trank ich den Wodka, den ich bei einem Turnier gewonnen hatte. Ich wachte nachts auf, musste kotzen, wurde auf dem Weg zum Klo ohnmächtig, schlug mit dem Kopf an den Schrank und die nächsten Tage war ich vollkommen platt.

Pro: Vom Wodka?

EP: Nein, vom Orangensaft im Wodka. Meine Bioresonanz-Expertin meint, da wäre ein Schimmelpilz drin gewesen …. und weil mein Magenmeridian durch die Verletzung am 2. Zeh ohnehin schon geschwächt war…

Pro: …wurdest Du erleuchtet!

EP: Nein, nicht deswegen. In den folgenden Tagen machte ich eine sehr schwere Zeit durch, so, wie es auch von Eckart Tolle erzählt wird. Ich hatte dermaßen die Scheißerei – schlimm! Nach drei Tagen war ich vollkommen leer, wie Buddha, und dann ERWACHTE ich und merkte, dass ich erleuchtet bin.

Pro: (langsam genervt) Ach ja? Und woran merktest du das?

EP: Schwer zu sagen. Diese selige Leichtigkeit in mir. Dieses Nichtverlangen, zum Beispiel nach Wodka. Und dann natürlich die Allwissenheit.

Pro: Du bist jetzt allwissend?

EP: Tja, scheint so. Kann es selber kaum glauben.

Pro: Ich glaub´ es nicht!

EP: Kannst Du ja testen.

Pro: Wie?

EP: Na, frag mich irgendwas.

Pro: Wie viele Stunden war ich heute auf der Driving Range?

EP: Keine.

Pro: Stimmt. Na gut, das war einfach. (blättert nebenher) Aber: wie heißt der erste Satz im dritten Absatz des Buches Jenseits der Scores?

EP: Du meinst auf Seite auf Seite 57? „Der Weg des Meisters erfordert Offenheit um die eigenen Grenzen zu überschreiten, und den Mut, Misserfolge zu riskieren“. Meinst Du das?

Pro: (erstaunt) Tatsächlich!  Na gut – jetzt: Ken Wilber „Ganzheitlich handeln“ Seite 91 letzter Satz…

EP: „Tiefe Spiritualität beinhaltet eine weite Wissenschaft von den höheren Ebenen menschlicher Entwicklung.“

Pro: Hmpffff (sprachlos).

EP: Also los: Frag mich mal was richtig Schweres!

Pro: OK, OK, mir fällt schon noch was ein… denkt … Also: Ein Mann, 42 Jahre, war 7 Jahre bei der Telekom und wurde dann zu T-Systems strafversetzt. Er sitzt mit seinem fünfjährigen Sohn und seiner Frau, (die eine Schwester in Dortmund hat,) in einem Intercity-Express nach Berlin. Auf der Gegenstrecke bewegt sich ein Güterzug mit halber Geschwindigkeit Richtung Kassel. Dieser Mann, 42 Jahre, mit einem Muttermal am Kinn, steht beim Golfschwung leicht gebeugt, zuckelt von Bein zu Bein, hat eine hohe Anspannung, fasst den Schläger zu fest, holt viel zu schnell aus, kreuzt, dreht sich aber im Durchschwung kaum, verschiebt seine Mittelachse enorm und hat kein Finish. Wie ist sein Ballflug und wann erreicht der Intercity Berlin?

EP: Ballflug kerzengerade und Ankunft 13 Uhr 08!

Pro: Stimmt. Sagenhaft. Diese Pfeife hat gestern jeden Ball kerzengerade getroffen. Ich fragte ihn, warum er zu mir kommt …

EP: … und er sagte, er könne immer nur gerade aus spielen, aber seine Kumpels können auch rechts und links rum und er möchte lernen, wie man einen Slice spielt. Außerdem, sagte er, seine Frau wollte mal einen Tag in Berlin rumbummeln und sein Sohn die Eisbären sehen.

Pro: Donnerwetter. Genau das waren seine Worte.

EP: Tja, ich kann es nicht ändern. Bin halt erleuchtet. Noch ´ne Frage?

Pro: Noch eine: Wer ist der beste Golflehrer der Welt?

EP:  ……….

Pro: Na?

EP: ……….

Pro: Was ist los? Keine Antwort?

EP: Das ist das Schweigen der Buddhas. Es gibt Fragen, die werden mit Schweigen beantwortet. Steht alles in meinem ZEN-Buch.

Pro: Tja, das kann sein. Dabei hätte mich gerade diese Antwort interessiert.

EP: Du musst die Antwort in DIR finden.

Pro: Ja, danke für den Hinweis. Und was hast du jetzt vor?

EP: Da denk ich nicht dran. Lebe ja total im JETZT.

Pro: Klar, hatte ich vergessen. Und  … äh … wie ist es so, wenn man erleuchtet ist.

EP: Nicht schlecht. Lässt sich mit Leben … tja  … also … wollte es dir nur mal erzählt haben.

Pro: Das ist nett. Es war schön mit dir zu reden…

EP: Man sieht sich …

Pro: Klar und erleuchtet …

EP: HA! Guter Zen-Witz. Klar und erleuchtet! Bis denne … ich segne dich, mein Sohn

Pro: Danke. Tschüss.

„Tut Tuut“.

Pros Frau: Wer war das? Wieder dieser Spinner? Wir hatten wegen dem doch extra die Telefonnummer gewechselt.

Pro: Ja, schon wieder dieser Spinner … (murmelt): Aber woher hat er die neue Nummer?

© by Eugen Pletsch, 2008

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Notizen eines Barfußgolfers

Pletsch, Eugen
19,99 € Buch

BeschreibunG

„Notizen eines Barfußgolfers“ ist eine für die Buchfassung überarbeitete Auswahl an Texten, die der Golfautor Eugen Pletsch in seinem renommierten Blog (cybergolf.de) zwischen 2006 und 2018 veröffentlicht hat. Kommentare zu aktuellen Golf-Themen, Szene-sezierende Glossen, Golf-philosophische Betrachtungen, praktische Tipps und stille Hinweise auf das mystische Geheimnis dieses eigenartigen Spiels, dem der Autor in seiner mittlerweile 30jährigen Wanderung (…)

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Mein Waterloo

„Sein Waterloo erleben“ gilt als Synonym für eine totale Niederlage. Die Schlacht am Little Big Horn kommt mir aber auch in den Sinn, wenn ich an meine Fronleichnams-Runde mit Frau Oelmann denke….

Dank der mir angeborenen Bescheidenheit hielt ich mich im Zaum. Meine damalige Berichterstattung anlässlich der drei Runden Matchplay gegen Frau Oelmann ließ kaum erkennen, dass sie gegen mein Spiel keine Chance gehabt hatte. Diskret, wie es meine Art ist, vermied ich es, meine emotionalen Ausbrüche und meine „Sieger! Sieger!“- Schreie ausführlich zu beschreiben. Auch meine Freudentänze hinter dem 18. Grün in Winnerod (um nach dem Sprung in den Teich wieder trocken zu werden) erwähnte ich mit keinem Wort.

Nein – meine Berichterstattung war ein Musterbeispiel sportlicher Fairness und voller Respekt gegenüber einer Frau Oelmann, der es in etlichen Jahren nur einmal gelungen war, ein Spiel gegen mich zu gewinnen.

Es ist nun keinesfalls so, dass ich mir nur Leute einlade, bei denen ich sicher sein kann, dass ich sie im Matchplay besiege – aber es stimmt schon, dass ich mir Gäste von extern einladen muss, da ich in meinem Club wegen meinem mürrischen Dauergesabbel – und noch schlimmer – wegen meiner Schwungtipps – ziemlich unbeliebt bin.
An Matchplay-Serien und Turnieren nehme ich längst nicht mehr teil, da ich nicht nur den Mangel an Etikette, sondern auch die allgemeine Verwahrlosung der Sitten verabscheue, insbesondere was die Bekleidung der Spieler/Innen angeht. (Leggins Damengröße 50 und verschwitzte Senioren mit Hemd über der Dreiviertel-Kargo-Hose – mehr sage ich nicht!)

Kurz und gut: Ich bin einer der Korinthenkacker geworden, über die ich zwei Jahrzehnte gelästert habe und werde auch optisch den Karikaturen immer ähnlicher, mit denen Peter Ruge Golfer in meinen Büchern so treffend überzeichnet hat.

Aber wenn sich eine Spielerin wie Frau Oelmann beknien lässt, unsere jährliche Matchplayserie auch in 2018 fortzusetzen, dann kann ich sie natürlich nicht öffentlich mit Häme und dem Spott überschütten. Nein, natürlich nicht. Ergo genoss ich meinen Triumph in Stille … wenn man mal davon absieht, dass ich JEDEM, der nicht schnell genug davon laufen konnte, erzählen musste, wie ich Frau Oelmann an diesen drei Tagen vorgeführt habe.

Schnee von gestern, könnte man meinen, aber dann kam kürzlich – wie alle Jahre wieder – die Idee auf, Frau Oelmann endlich in ihrem Heimatclub zu besuchen. Vor Jahren war ich schon einmal auf Durchreise in ihrem Revier gewesen, damals aber so krank, dass ich sie und ihren fluchenden Spielpartner (Lehrer!) nur über ein paar Bahnen begleiten konnte, ohne selbst zu spielen. Damals hatte ich in meinem Fieberwahn einen 9-Loch-Kurzplatz als Tatort abgespeichert.

Ein Feiertag wird erst dann zu einem echten Feiertag, wenn man sich den Lorbeer auch auf einem fremden Platz auf das schüttere Haupthaar setzen darf und ich hatte keinerlei Bedenken, Frau Oelmann‘s Einladung zu folgen. Gewittergefahr bestand angeblich nicht. Eine Startzeit war auch nicht nötig. Die Sonne prangte am Himmel, es war heiß, aber die Bäume spendeten Schatten. Ja. die Bäume. Der Platz hat Bäume. Meist gewaltige Eichen, aber auch andere Bäume und hinter den Bäumen sind Biotope, was mich aber nicht abschreckt, da ich für meine kerzengerade Spielweise bekannt bin.

Wie üblich werde ich nicht die ganze Runde im Detail erzählen. Das halte ich so, weil meine verehrten Leser die Schilderungen meiner Zauber-Schläge, crispen Wedges und Monster-Putts für Aufschneiderei halten könnten. Auch heute werde ich es so halten, muss jedoch vorsichtig andeuten, dass es diesmal keine Zauber-Schläge, crispen Wedges und Monster-Putts gab.
Dafür gab es Bäume und Biotope und ein winziges Schwungproblem, das dazu führte, dass ich den Ball, so konzentriert ich ihn auch ansprach, grundsätzlich nach links verzog. Links stand gewöhnlich ein Baum, von dem aus der Ball abprallte und ins Biotop sprang.

Frau Oelmann, die ihre Bälle noch vor wenigen Tagen breit über die hessischen Savannen gestreut hatte, schlug dagegen kerzengerade Hammer-Drives, um mir dann bei der Ballsuche zu helfen.

Der beliebte Spruch „Den Zweiten kann jeder“ hatte für mich auf dieser Runde keine Gültigkeit, denn auch der 2. war weg. Nach einigen Bahnen schlug Frau Oelmann vor, dass wir doch auch etwas Golf spielen sollten, denn Bälle suchen könnten wir auch, ohne Greenfee zu zahlen.
Ich verstand den Hinweis und spielte fortan jeden Ball, den ich im Gras fand, darunter sogar Marken, die ich sonst wie die Pest meide (Nike und Vice).

Erst war ich eins down, dann zwei down, dann drei down, dann vier down, dann fünf down, dann sechs down, dann wurde es Frau Oelmann langweilig und sie winkte sich eine Freundin herbei, die gerade die 18 beendet hatte.

Ich kannte die Dame von einer Lesung. Also versuchte ich mich zusammenzureißen und ging prompt auf 7 down. Unsere Mitspielerin hatte am Vormittag bereits 18 Loch in einem anderen Club gespielt, stak dann auf ihrem Heimatplatz neun Loch hinter Anfängern fest und wollte mit uns noch ein paar flotte Bahnen spielen. So sind die Damen im Revier: Unermüdlich – und wetterfest, wie sich bald herausstellen sollte.

Auf dem Weg zum 10. Abschlag befindet sich die Toilette, die ich aufsuchte. Beim Händewaschen sah ich im Spiegel einen Mann mit verzweifelten Gesichtszügen, zerzaust, das durchgeschwitzte Hemd hing über der kurzen Hose aus der zwei dürre, weiße Beinchen ragten. Eine vollkommene Verwahrlosung der Sitten – ich überlegte kurz, ob ich mir selbst einen Platzverweis aussprechen sollte.

Da ich mich in meinem Hochmut darauf eingelassen hatte, von Gelb anstatt von blau zu spielen, hatte ich lange Wege zu rennen, um die Damen einzuholen, deren Abschläge meist 60-100 Meter vor dem Herrenabschlag befindet. Ich rannte so schnell, dass mir Insekten auf die Brillengläser klatschten, nur um dann zusehen, wie die Damen ihre Bälle gnadenlos zwischen den Bäumen hindurch auf die Bahn prügelten.

Frau Oelmann vom Damenabschlag – das ist so, als würde man Dartpfeile kaum aus einem Meter Entfernung auf die Scheibe werfen.

Nur zweimal konnte ich ein Loch gewinnen. Natürlich nicht aus eigener Kraft, sondern weil Frau Oelmann ihre Dartpfeile ins Biotop schoss, vermutlich um mir Hoffnung zu machen. Immerhin hatte ich nach dem Fiasko auf der ersten Neun meine Taktik geändert! Ich zielte direkt auf die Eichen, die gewöhnlich Mitte Fairway stehen, wodurch ich wenigstens zwei Drives auf die Bahn brachte. (Frau Oelmann merkt an, es gäbe nur auf der 14. eine Eiche Mitte Fairway, aber das ist natürlich selektive Wahrnehmung. Nach meiner Erinnerung standen auf jeder Bahn dicke Eichen…).

Auf besagter 14 setzte Regen ein. „Nur eine kleine Wolke“, sagten die Damen und schlugen ab.

Der nachfolgende Guss war zwar nicht mit dem Wolkenbruch zu vergleichen, den ich vor ein paar Tagen in Gießen erlebt hatte, aber im Gegensatz zu früher, als ich das Spiel im Regen noch als eine besondere Kunst und Herausforderung genoss, macht es mir keinen Spaß mehr, mit glitschigen Händen nach einem Balls zu schlagen, der sich dann nur ein paar Meter durch das nasse Gras bewegt.

Frau Oelmann und ihre Freundin bewegten sich wie die Fische im Wasser. Als ich mir nach einem heftigen Regenschauer an der 15 eine Pause erbettelte, musste Frau Oelmann zugeben, dass unser Match längst beendet war. 7 auf 6!

An der 16. Bahn gab es gottlob eine Abkürzung zum Clubhaus. Die Damen wären gerne weitergeschwommen, aber dann sahen sie das hinkende Häufchen Elend, zeigten Erbarmen und führen mich auf dem kürzesten Weg zum Parkplatz, wo wir unsere Sachen verluden. Meine Tränen trockneten und der Regen wich der Abendsonne während Frau Oelmann mit ihrer Freundin besprach, wie man einen Skalp trocknet. (ep)

PS: Dass Frau Oelmann am 2.6. beim Monatsbecher der Damen das 1. Brutto erlegte, verwundert niemanden und sei nur der Vollständigkeit halber vermerkt.

Wie es bei mir begann..

aus „Notizen eines Barfußgolfers“ von Eugen Pletsch

„Es war an einem Sonntag in Luxemburg vor mehr als 30 Jahren. Kurz nach 12 Uhr muss es gewesen sein, denn wir tranken bereits einen Malt. Jim, mein schottischer beinah-Schwiegervater, stellte sein Glas auf den Gartentisch, nahm einen Golfschläger, setzte einen Ball auf einen kleinen Stift und schlug einen Golfball in Richtung der Wiese hinter dem Haus.

Da war niemand außer ein paar Kühen. Die Kühe schauten nicht mal auf, als Jim den Ball schlug. Offensichtlich wussten sie bereits, dass Jim sie nie treffen würde. Der Ball flog nur ein paar Meter, dann verschwand er im dichten Gras. Jim ärgerte sich und schlug noch einen Ball. Der flog dann etwas weiter und Jim lächelte listig. 

Irgendetwas faszinierte mich an dem, was er da machte. Deshalb wollte ich es auch mal probieren. Er gab mir seinen Schläger, zeigte mir wie man ihn hielt und ich versuchte nach dem Ball zu schlagen. Ich traf ihn nicht. Vermutlich um mir Mut zu machen, sagte Jim, er wäre Linkshänder. Die Schläger wären also für mich falsch rum. Das war mir egal. Es war wirklich egal, denn als ich später Schläger für Rechtshänder bekam, traf ich zunächst auch keinen Ball.
Das ist nun mal so. Zumindest bei besonders talentierten Spielern wie mir. Ein weniger talentierter Spieler trifft den Ball meist gleich zu Anfang. Dann denkt er – oder sie – das Spiel wäre ganz einfach, verliert den Respekt und entwickelt sich kaum mehr weiter. Alle guten Spieler haben großen Respekt vor dem Golfspiel, aber auch sie kommen nie wirklich weiter. So geht das bis in die Weltklasse. Irgendwo hapert es immer. Da triffst du endlich deine Eisen, prompt fliegen die Drives ins Aus. Und kriegst du die Drives auf die Bahn, dann verlässt dich dein Putter. Man sagt, das Golfspiel sei unbesiegbar. Niemand hat das Spiel jemals gemeistert. Höchstens Bernhard Langer! Der spielt nach wie vor wie von einem anderen Stern, was mich vermuten lässt, dass er tatsächlich von einem anderen Stern ist.

Dass ich mittlerweile seit mehr als 30 Jahren Golf spiele, wundert mich selbst am meisten, denn eigentlich bin ich ein keltischer Barde. Ich erzähle gerne Geschichten, zumindest so lange, bis man mich an den Baum bindet. Bevor ich Jim traf, war ich Straßensänger. Dass ich weder singen noch besonders gut Gitarre spielen konnte, war kein Problem. Ich hatte trotzdem Geld im Gitarrenkoffer, weil ich den Leuten Geschichten erzählte. Ich begann irgendeinen Song, zum Beispiel einen Talking Blues von Bob Dylan, aber dann quasselte ich über dies und das, über Gott und die Welt. Die Leute schauten, blieben stehen und warfen Geld in meinen Koffer.

Jahre später, als ich das Golfspiel kennenlernte und süchtig danach wurde, reiste ich beruflich durch Deutschland. Jeden Abend war ich an einem anderen Golfplatz und lernte so die deutsche Golf-Szene kennen. Zu dieser Zeit waren Golfer meist sportlich ambitionierte Menschen aus gesellschaftlichen Schichten, die in meinem sozio-kulturellen Hintergrund als Establishment bezeichnet wurden. Fremde Gäste im Club wurden noch mit Handschlag und einem „Gestatten, Dr. Soundso…“ begrüßt – um in meinem Fall sofort zu erkennen, dass ich weder den Stallgeruch noch das Einkommen hatte, um mir mehr als ein paar Stunden Übungszeit auf der Driving Range zu erkaufen. Und selbst für diese Gunst musste ich mit der Clubsekretärin noch heftige Sträuße ausfechten. Die einstigen Gentlemen des deutschen Golfsports, die mich zu mancher Satire anregten, haben damals mein mittlerweile etwas abgestandenes Bild vom deutschen Golfer geprägt – wobei ich den weitgehend niveauvollen Umgang dieser Zeit bisweilen etwas vermisse. Aber ich trauere dem nicht nach, denn ich war damals ein vogelfreier Barfußgolfer, ein Außenseiter, der um Spielmöglichkeiten betteln musste. Die Erkenntnis, dass ich selbst der Prototyp des neuen Golfers war, wurde mir erst Jahre später bewusst…“.

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Notizen eines Barfußgolfers
Pletsch, Eugen
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„Notizen eines Barfußgolfers“ ist eine für die Buchfassung überarbeitete Auswahl an Texten, die der Golfautor Eugen Pletsch in seinem renommierten Blog (cybergolf.de) zwischen 2006 und 2018 veröffentlicht hat. Kommentare zu aktuellen Golf-Themen, Szene-sezierende Glossen, Golf-philosophische Betrachtungen, praktische Tipps und stille Hinweise auf das mystische Geheimnis dieses eigenartigen Spiels, dem der Autor in seiner mittlerweile 30jährigen Wanderung (…)

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Mein FALK-Projekt

(Kein Golfbuch!)

„Mein FALK-Projekt“ enthält den bisher unveröffentlichten Text „Die Göhrder Mörder Fahrt“ von Helmut Salzinger (über unsere Wanderung durch den Göhrder Forst), Briefe von Helmut und Mo Salzinger sowie zwei biografische Texte von mir: „Helmut Salzinger – der Mann, der seinen Fernseher aus dem Fenster schmiss“ und  „Den Falk im Nacken“.

Cover: Siggi Demand

Bevor ich Helmut Salzinger persönlich kennenlernte, hatte ich bereits von ihm gehört. Ab 1973 schrieb er unter dem Pseudonym ‚Jonas Überohr‘ Kolumnen für das Hamburger Musikmagazin Sounds, das ich gelegentlich las. In den frühen 1980er-Jahren  zog sich Salzinger dann aus dem Kulturbetrieb zurück, siedelte im Hadelner Land in einem Dorf namens Odisheim und gründete mit seiner Frau MO einen Verlag. Sie zogen in ein altes Bauernhaus auf einem langen Streifen Land und starteten Ihr Projekt ‚HEAD FARM Odisheim‘. Alsbald trafen sich dort Literaten, Philosophen und Künstler, die in den Jahren 1984–87 unter anderem die Literaturzeitschrift FALK erstellten. FALK erreichte auch die Redaktion einer Alternativzeitschrift, für die ich tätig war und ich blätterte gerne in den Heften mit dem erdfarbenen Umschlag. Wir lernten uns kennen und wurden enge Freunde – bis zu seinem Tod.

Nachdem Salzingers Buch „Der Gärtner im Dschungel“ im Frühjahr 2019 neu veröffentlicht wurde, spukte mir der Gedanke durch den Kopf, ein bisher unveröffentlichtes „Logbuch“ aus seiner Feder (über unsere gemeinsame Wanderung durch den Göhrder Forst) zu veröffentlichen. Theo Köppen hatte „Die Göhrder Mörder Fahrt“ einmal bei einer Lesung an der Kalten Buche  vorgetragen, ansonsten ist der Text weitgehend unbekannt. In meinem Archiv fand ich außerdem noch ein paar Postkarten und Briefe von Helmut und MO.

Dieses Material habe ich um zwei biografische Texte ergänzt: Der Text „Helmut Salzinger – der Mann, der seinen Fernseher aus dem Fenster schmiss“ war bereits in dem Buch „Humus“ veröffentlicht worden, einer Hommage seiner Freunde an Salzinger, die nach seinem Tod erschien.

Und in „querFALK“ hatte ich vor Jahren einen Beitrag mit dem Titel „Den Falk im Nacken“ veröffentlicht. Dieser längere biografische Text handelt von meiner Odyssee durch die Subkultur der Jahre 1960 bis 1990 und zum Ende hin von meiner Begegnung mit Helmut Salzinger und der Gruppe 60/90, weshalb ich diese Texte am Anfang und am Ende dieser Arbeit nochmals vorstelle, selbst wenn sich inhaltliche Überschneidungen ergeben.

Das war der Stand der Dinge im Frühjahr 2020. Dann kam Corona. Eine große Pause folgte, bis mir die Hessische Kulturstiftung ein Stipendium gewährte, das es mir ermöglichte, dieses Projekt unter dem Titel „Mein FALK-Projekt“ zu veröffentlichen.

Wer das Büchlein (Softcover) kaufen möchte, kann es für EUR 9,99 im Buchhandel oder direkt bei ePubli bestellen.

Die Redaktionsgeisha

Nicht unbedingt ein Golfbuch, aber….

«Die Redaktionsgeisha« ist die von Peter Ruge illustrierte Fassung meines vergiffenen Buches Banalanga, einer surrealistische Satire aus der Welt der Naturheilkunde. Die Texte „dieser vergnüglichen Lektüre für Golfer und Nichtgolfer“ entstanden zwischen 2009 und 2012 als satirische Kolumnen für ein Heilpraktiker-Magazin und schildern die seltsamen Erlebnisse eines Golfers in der geheimnisvollen Welt eines Naturheilkunde-Verlages.

Schließlich habe ich in der Branche ca. 10 Jahre gearbeitet…
Es ist kein „Golf-Buch“ (wobei sich das Thema Golf dezent durch die Kapitel zieht), ist aber auch keine Verarsche der Naturheilmittel-Branche, deren bester Kunde ich bin.

Das Buch ist insgesamt ziemlich schräg. Wenn manche Leser meinen Humor nicht kapieren oder von mir Fachbücher zum Golfspiel erwarten, dann muss ich damit leben. Aber „surreale Grotesken“ heißt:
Keine Wissenschaftsabhandlung, weder über die Naturheilkunde noch über den Golfsport!
Nein, die Kapitel bestehen meist aus Dialogen mit der Azubine Anke, der einzigen Person in dem Verlagshaus, die den ziemlich durchgeknallten Protagonisten leiden kann und mit ihm redet.

Zum Inhalt: 
Ein Golfspieler, der in seiner Jugend zu viele psychedelische Substanzen geschluckt hat und nun glaubt ziemlich erleuchtet zu sein, leidet unter „Boreout“. Um unter normale Menschen (Nicht-Golfer) zu kommen und um seiner kompletten Verblödung als Golfer vorzubeugen, folgt er der Empfehlung seiner esoterischen Nachbarschaftsberaterin Frau Liebeseel und betritt das ungewohnte Terrain geregelter Arbeit. In einem von Frauen dominierten naturheilkundlichen Verlagshaus bewirbt er sich als „Marketingspezialist“, mutiert aber schnell zum Haus-Faktotum und wird schließlich die REDAKTIONSGEISHA.

Meine Satire „Die Redaktionsgeisha“ (BOD  ISBN: 9783750417014) wird bei Bestellungen direkt bei BOD versandkostenfrei verschickt! Ansonsten überall im Online,- und Buchhandel erhältlich, Preis: EUR 14,99, als eBook für EUR 5,99.
228 Seiten, mit 10 Farb-Illustrationen von Peter Ruge.

Fechten für eine Fichte

Nachfolgend die chronologische Folge einer ökologischen Groteske

Prolog:
„Es gibt Millionen Bäume, da kommt es doch auf einen nicht an“, sagte eine Miteigentümerin unseres Wohnhauses zu zwei NABU-Beauftragten, die sich eine Fichte ansehen wollten. Über einen Antrag zur Fällung dieser Fichte sollte in der Eigentümerversammlung abgestimmt werden und ich hatte interveniert, denn nachvollziehbare Gründe, warum diese Rotfichte gefällt werden sollte, wurden nicht mitgeteilt.
Erst knapp ein Jahr nachdem ich das erste Mal Gerüchte über diese absurde Idee vernommen hatte, am 14.8.2022, wurden in einem Schreiben der Hausverwaltung an eine Miteigentümerin (die sich auch gegen die Fällung ausgesprochen hatte) folgende Gründe genannt:
Der Baum stört einige Anwohner und er zerstört mit seinem Wurzelwerk auch das Pflaster und den Zaun.
Am gleichen Tag wurde in den Nachrichten mitgeteilt, dass im Sommer 2022 mehr Wald als jemals zuvor Opfer der Flammen und der Trockenheit wurde. Die Antwort an Menschen, die wie meine Miteigentümerin denken wäre also:
Derzeit sterben Millionen Bäume und es kommt auf den Erhalt eines jeden Baumes an!“

Erster Akt: 30.6.2022
Bei der Wohnungseigentümer-Versammlung unseres 9-Parteienhauses wird ein Antrag zum Rückschnitt oder Fällung des Nadelbaums auf der Nordseite unseres Hauses gestellt. Initiatorin ist eine neue Mitbewohnerin, die meinen Ruhestand seit ihrem Einzug zum Unruhestand werden ließ. Unterstützt wird sie von einer Miteigentümerin, mit der ich bisher stets in Frieden lebte und der Hausmeistersgattin mit Stimmrecht für zwei Wohnungen. Der Antrag wurde ohne Begründung gestellt und seitdem herrscht Unfrieden im Haus, der jedoch nicht der Antragstellerin sondern mir angelastet wird.
Warum die Fichte weg soll, ahnte ich bereits: Ein paar Äste drücken auf den Zaun und da zerstört frau ordnungshalber sofort das gesamte Biotop.
Dass sich Pflastersteine am Parkplatz durch das Wurzelwerk heben ist auch Quatsch, denn das Pflaster hebt sich fast auf dem gesamten Parkplatz, insbesondere entlang der Hausmauer. 
Ich habe nichts dagegen, im Herbst ein paar der unteren Äste zu stutzen, aber eine Fällung – in der heutigen Zeit – das ist doch Wahnsinn. Deshalb habe ich mich in einem Schreiben an die Miteigentümer und die Hausverwaltung vehement gegen die Fällung dieser kräftigen, kerngesunden Fichte ausgesprochen.

Meine Argumente:
Diese Fichte, auch Rottanne genannt, siehe https://www.baumkunde.de/Picea_abies/

  • ist ein wunderbares Biotop,
  • reduziert den Autobahnlärm auf der Schlafzimmer-Seite,
  • schützt unser Hauses gegen Nord/Ostwind,
  • reduziert Anflug-Dreck vom Nachbarfeld (Raps, Staub etc.)
  • verbessert das Hausklima,
  • bietet den Falken Aussicht,
  • vielen anderen Vögeln Nahrung und ggf. Schutz,
  • ist derzeit Nistplatz von Tauben,
  • ist ein Schattenspender,
  • ist ein von Insekten dringend benötigter Pollenspender (weshalb auch der regionale Imker, Herr Schneigelberger, meine Position unterstützt)
  • und ist – ganz persönlich – meine tägliche Freude, wenn ich an dem Nord-Fenster sitze und arbeite.
Falke auf Fichte (Foto: Imme Rieger)

2. Akt:
Corinna Kabot vom NABU besucht und fotografiert den Baum. Sie schrieb mir: „Es wäre ein Riesenschaden ein solches Öko-System zu vernichten.“ Auf ihrer Facebook-Seite wurde sie noch noch deutlicher:
„Diese wunderschöne, gesunde Fichte habe ich in der Lilienstraße in Langgöns entdeckt. Welch ein vollkommenes Ökosystem! Sicherlich gibt es viele nützliche Tiere, die darin nisten oder Nahrung finden. Zum Beispiel dienen die Pollen den Honigbienen und den Wildbienen als wertvolle, proteinreiche Nahrung, also Kraftspender.
Honigbienen und Wildbienen, wie z.B. Hummeln, Wespen und 100 andere Arten mehr sind dringend auf solche reichhaltigen Nahrungsquellen angewiesen. Wir Menschen als Konsumenten von Obst und Gemüse sind dringend auf die Bienen als Bestäuber angewiesen. Deshalb stehen die Wildbienen unter strengem Artenschutz. Für das Entfernen oder Beschädigen eines Hummelnestes muss man in Hessen mit einem Bußgeld von 50 000 Euro rechnen. Doch leider ist es in der Gemeinde Langgöns nicht mit Bußgeldandrohung verboten, einen solchen Baum zu fällen wenn er auf Privatgelände steht. Dabei wird durch die Fällung unzähligen nützlichen Tieren eine wertvolle Nahrungsquelle entzogen, die mindestens 80 Jahre lang für ihre Entstehung brauchte. Das kann nicht durch Neupflanzungen an anderer Stelle oder Blühstreifen ersetzt werden. Es ist nützlich, neue Nahrungsquellen für unsere lebensnotwendigen Insekten und Vögel anzupflanzen. Doch leichter wäre es, vorhandene Nahrungsquellen nicht zu beseitigen!“

Zur Eigentümerversammlung ging ich nicht. Ich hatte Angst vor einer Bluthochdruckkrise und dass ich vor Wut ausfällig werden könnte. Lieber fotografierte ich den Baum mit seinem blühenden Leben. Außerdem nahm ich Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde auf, die mir dringend empfahl, die Hausverwaltung auf die Folgen einer unüberlegten Fällung hinzuweisen.

Fichte in Langgöns Foto: Corinna Kabot

3. Akt
Nach der Eigentümerversammlung vom 7.7.2022 teilte mir die Hausverwaltung telefonisch mit, man habe die Fällung der Fichte erstmal abwenden können, obwohl alle außer mir dafür gestimmt hätten. (Was so nicht sein kann, da noch zwei weitere Miteigentümer vorab per Vollmacht gegen die Fällung gestimmt haben).
Tage darauf erhielt ich das Protokoll der Sitzung, wonach der Hausmeister die unteren Äste der Fichte stark zurückschneiden soll. Zudem wurde die Hausverwaltung beauftragt, die Kosten einer Fällung bis zur nächsten Versammlung zu eruieren. Was bedeutet, dass der Baum-Irrsinn noch nicht vorbei ist.
Ich sprach eine Mitbewohnerin an, die sich massiv für die Fällung einsetzt. Ihr Argument: Dieser Baum wäre ein FLACHWURZLER  und irgendwann könnte er umfallen. Irgendwann! Ja klar.
Eine Fällung kostet ca. EUR 3000.- Wenn mehrfach dokumentiert wurde, dass die Fichte kerngesund ist, wäre der Schaden doch problemlos versichert, wenn die Fichte eines Tages tatsächlich vom Sturm umgerissen werden sollte. Also, was soll das?
Alle meine Argumente für den Erhalt der Fichte, die ich den Miteigentümern vortrug, per Mail zuschicken ließ und später per Aushang im Haus bekannt machte, interessierten nicht. Ich weiß nicht, ob die Damen zu viel in der Landlust geblättert haben und nun gärteln wollen. Jedenfalls planen sie ein belebtes Biotop umzuhauen, um an ungeeigneter Stelle einen Blütenstreifen anzulegen. FÜR DIE BIENEN! Wie wäre es erstmal mit ein paar Blumen auf dem eigenen Balkon? Oder sich mit unserem Imker über Bienenweiden zu besprechen?

Ein paar Tage resignierte ich, bis mir folgender Gedanke kam:
Wenn die Fällung umgesetzt wird, müsste ich mich gemäß Beschluss der Eigentümerversammlung an einem – aus meiner Sicht – schweren Umweltfrevel beteiligen, die Kosten mittragen und sollten Verbotstatbestände nach § 44 BNatSchG entdeckt werden, auch noch die Strafe mitfinanzieren. Das kann doch wohl wahr nicht sein!

Also kontaktierte ich die HGON und erhielt ein Schreiben von Dr. Tobias Erik Reiners – dem Vorsitzenden der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V:
Der Biodiversitätsverlust gehört zu den größten Krisen unserer Zeit. Unser Verband hat dies über 50 Jahre insbesondere anhand des Rückgangs unser Vogelwelt eingehend dokumentiert. Hierbei betrifft der Rückgang der Biodiversität und Vogelwelt alle Lebensräume, den Wald, die Gewässerlebensräume, das Offenland und auch den Siedlungsbereich gleichermaßen. Neben der zunehmenden Versiegelung ist im Siedlungsbereich der Verlust von Bruthabitaten ursächlich für den Rückgang der Vögel.

Die Fällung einer gesunden Fichte am Ortsrand mag im Einzelfall trivial und „nicht wichtig“ erscheinen. Und doch ist der in allen Siedlungen seit Jahren fortwährende Verlust von größeren Bäumen, insbesondere von Nadelbäumen, ursächlich für den Rückgang von bspw. Girlitz, Grünfink und Türkentaube. Auch beim Turmfalke nimmt die Anzahl von Bruten in Bäumen stetig ab.

Eine Fällung von Bäumen, wie diese Fichte, ist aus unserer Sicht eine gravierende Beeinträchtigung der Lebensraumausstattung in ihren Siedlungsbereich. Der Verlust wirkt dabei ebenso schädlich auf die Biodiversität, wie die allerorts vorhanden Schottergärten. Wir möchten die Hauseigentümer bitten ihre Entscheidung zu überdenken und gerne anbieten bei einer gemeinsamen Begehung über die wertvollen Effekte dieser Einzelbäume im Siedlungsbereich aufzuklären. Gleichwohl will ich auch auf die Verbotstatbestände hinweisen, die gesetzlich verbieten Brutbäume zu fällen. Die Klimawirksamkeit dieses Baumes in CO2 Speicherung, Beschattung und Wasserrückhaltevermögen durch das Wurzelwerk lassen Sie in Ihren Vorhaben scheinbar auch unberücksichtigt. Solche wie diese Einzelentscheidungen führen zu tausenden in unseren Siedlungen zu einer lebensfeindlicheren Zukunft.“
Beste Grüße 
Dr. Tobias Erik Reiners 

Fichte in Feierabendstimmung Foto: Eugen Pletsch

Ich bekam auch Rückendeckung von Herrn Wenisch, einem landesweit bekannten Artenschützer und NABU Beauftragten in Langgöns, der mir die nochmalige Kontaktaufnahme mit der Unteren Naturschutzbehörde dringend empfahl. Er habe den Baum gesichtet und keinen Grund zur Fällung entdecken können. Ein paar Tage später kam auch Herr Oberländer, der frühere Vorsitzende der NABU Oberes Kleebachtal und renommierter Baumkenner zu Besuch, um sich die Fichte anzuschauen.
Er konnte keine Schäden am Baum entdecken, im Gegenteil. Er avisierte einen zweiten Besuch zwecks genauerer Untersuchung. Ich erzählte ihm von meinen Beobachtungen im Frühsommer, als die Tauben mit Nistmaterial im Baum verschwanden.

Taube am Eingang zum Nest
Ringeltaube checkt den Eingang
Ringeltaube in der Fichte

Die Bilder mit Tauben im Baum stammen vom Frühsommer. Mittlerweile sieht man sie zwar noch oft auf den Außenästen sitzen, aber sie klettern nicht nicht mehr in den Baum, um dort mit Zweigen im Schnabel zu verschwinden.

4. Akt
Frau Thiele und Herrn Oberländer kommen am 10.8.2022, um die Fichte auführlich ausgiebig zu begutachten.
Das Ergebnis erhielt ich am 13.8.2022 von Herrn Oberländer. Ich werde seine Artenschutzprüfung den zuständigen Stellen weiterleiten und hoffe, dass die Hausverwaltung den Text auch den Miteigentümern zukommen lässt. Immerhin habe ich der Hausgemeinschaft die Kosten einer Fällung von ca. EUR 3000.- sowie die Kosten einer Begutachtung und mögliche Strafen wegen Verstößen gegen den Artenschutz erspart. Ich denke, es ist an der Zeit, meinen Fight for Fichte zu beenden.

Eugen Pletsch
Das Schlusswort hat Günther Oberländer:

Artenschutzprüfung
Stellungnahme zum Vorhaben „Fällung einer Rot-Fichte (Picea abies)“ in der Gemeinde 35428 Langgöns/OT Lilienstraße 18

Sehr geehrter Herr Pletsch,
Ihrer Bitte entsprechend haben wir am 27.07.2022 eine Artenschutzprüfung im o.g. Objekt in Ihrer Anwesenheit durchgeführt.
Im Ergebnis dieser Prüfung konnte zur Frage der Schutzwürdigkeit des Baumes folgendes festgestellt werden:
Die betreffende Rotfichte (Picea abies) wurde auf Beschädigungen durch Fremdeinwirkung, auf Sturmschäden, Wuchsschäden, Schadinsektenbefall, Wurzelschäden sowie auf Trockenschäden augenscheinlich untersucht.
Es konnten keine Schäden festgestellt werden.
Für die Befürchtung einiger Bewohner des Hauses Lilienstraße 18, der Baum wäre umsturzgefährdet und könne am Haus große Schäden verursachen, gibt es aktuell keine Anhaltspunkte. Dies bedeutet natürlich nicht, dass der Baum bei einer Extrem-Wettersituation auch umgeworfen werden kann.
Die Fichte zeigt sich in einem ausgesprochen vitalen und gesunden Zustand.
Ein zu starkes Beschneiden der unteren Astquirle über die Höhe des Grundstückszaunes hinaus sollte jedoch vermieden werden.

Angebliche erhebliche Schäden durch Wurzeln der Rotfichte am Pflaster im sichtbaren Teil der Parkflächen konnten zum Zeitpunkt nicht festgestellt werden. Die zum Zeitpunkt sichtbaren Pflasterschäden resultieren möglicherweise aus einer schlechten Verlegung der Steine.

Im Weiteren konnte festgestellt und mit aktuellen Fotos belegt werden:

  • dass offensichtlich schon mehrere Jahre (2022 nachgewiesen) zwei bis drei Bruten der Ringeltaube (Columba palumbus) erfolgreich stattfanden,
  • dass Brüten von verschiedenen Singvogelarten (konnten aktuell nicht untersucht werden) sehr wahrscheinlich ist,
  • dass die Fichte als Ansitzwarte für die Jagd regelmäßig vom Turmfalken und als Schlafbaum von Singvögeln genutzt wird.

    Aus oben genannten Feststellungen ergeben sich für den oder die Besitzer eines Privatgrundstückes folgende rechtliche Konsequenzen:
  • Gemäß Europäischer Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EG vom 30.11.2009 ist der Erhalt sämtlicher im Gebiet der Europäischen Union natürlicherweise vorkommenden Vogelarten einschließlich der Zugvögel sowie deren Lebensräume und Lebensstätten zu sichern oder wiederherzustellen.
  • Gemäß Bundes-Naturschutzgesetz, §§ gilt:
    Der Artenschutz ist IMMER zu beachten. Die rechtlichen Grundlagen sind in § 39 und §44 BNatSchG näher beschrieben.
    Grundsätzlich gilt:

    Wenn ein Baum gefällt werden soll ist eigenverantwortlich zu prüfen, ob Tiere den Baum als Ruhe- und Fortpflanzungsstätte oder Lebensstätte nutzen. Ist dies der Fall, darf der Baum nicht einfach gefällt werden. Stattdessen ist mit der Unterer Naturschutzbehörde Gießen Kontakt aufzunehmen, um weitere Schritte abzuklären.
    Bei allen Vogelarten greift der besondere Artenschutz nach §44 BNatSchG, der mit strengeren Auflagen verbunden ist.

Aus Gründen des Artenschutzes gibt es für das Fällen der Rot-Fichte aus unserer Sicht erhebliche Bedenken, sodass aus rechtlicher Sicht einer Fällung der Rot-Fichte nicht zugestimmt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Günther Oberländer
NABU-Gruppe Oberes Kleebachtal

Update Oktober 2022
Der Baum wurden an den unteren Ästen vom Hausmeister sehr schön zurückgestutzt. Es sieht gut aus und der Zaun wird nicht mehr angedrückt.
Im Moment herrscht Friede im Haus und ich hoffe, es bleibt so. (ep)

Herbst 2022: Fette Ernte für etliche Piepmätze, die den Baum anfliegen.

Unsere Fichte im Herbst 2022




Ho Lin Wan

Ho Lin Wan* begegnete mir in diesem Leben erstmals 1995 in einer Trance. Zu viel Blümchenkaffee und Doxycyclin. Ich war mit einer fortgeschrittenen Borellien-Infektion (Zeckenbiss) direkt von der Open in St. Andrews in die Hautklinik der Uni Gießen verfrachtet worden und die Ärzte rangen um meinen Verstand.

Ein Zimmer mit Blick ins Grüne. Neben dem alten Lederohrensessel stand ein kleiner Tisch. Während der zehn Tage am Doxycyclin-Tropf liebte ich es, hier zu sitzen. Schon seit Jahren hatte ich mir Notizen über meine Erfahrungen beim Golfen gemacht. War es nicht endlich an der Zeit, diesen seltsamen Sport aus der Sicht eines Laien zu betrachten? Während ich von Zeit zu Zeit von meinem Ohrensessel aus in den Park schaute, sah ich vor meinem inneren Auge immer wieder diese Bilder von hohen Bergen unter einem dunklen Himmel. Tibet?
Ein eigenartiger Geruch von Yakdung zog mir in die Nase, als plötzlich eine Gestalt in meinem Bewusstsein auftauchte, die sich mit Ho Lin Wan vorstellte. Er meinte, ich sei Lobsang Dzong, und fragte mich ziemlich unverblümt, warum ich unser Match vermasselt hätte. Ahnungslos, was die Details meiner früheren Inkarnation angeht, war ich reichlich verwirrt.

Es ist signifikant für Golfer, wenn zwei Stimmen um die Herrschaft im Bewusstsein kämpfen. Tim Gallwey beschreibt dieses Phänomen ausführlich in seinem Buch »Inner Game Golf«. Für einen einigermaßen normalen Menschen, der von diesem ganzen übersinnlichen Kram keine Ahnung hat, ist es jedoch nicht leicht zu akzeptieren, wenn plötzlich ein schlecht gelaunter Tibeter im eigenen Kopf auftaucht. Ich schloss also die Augen, zählte eins, zwei, aber Ho Lin Wan war nicht weg. Er stellte sich breitbeinig in meine Aura, meinte, er sei mein alter Golfkumpel aus Tibet, und begann, mir meine Geschichte zu erzählen:

Wir waren beide Mönche in einem Kloster der medizinischen Fakultät von Lhasa und ziemlich auf Golf abgefahren, das wir von den Engländern kannten, die vor den Toren unserer Stadt spielten. Wir hatten noch einen Gefährten, Lobsang Rampa, der Jahre später nach England flüchtete, dort Apotheker wurde und darüber ein paar Bestseller schrieb*. Es gab nur uns drei Golfmönche in Lhasa und wir waren ein gutes Team. Mit der Zeit galten wir als die Nationalmannschaft von Tibet, denn es gab sonst niemanden.

Bei einem Spiel gegen einige Mönche eines chinesischen Klosters der »Tao Yin«-Tradition, zu dem wir uns an unserer nördlichen Grenze trafen, habe ich, wie mir Ho Lin erzählte, gewisse Regeln missachtet. Ich schlug meinen Ball, ohne die vorgeschriebenen Gebete und Verneigungen zu verrichten und zudem noch out of bounds über die Grenze nach China hinein. Ich traf den chinesischen Offizier mit meinem Yakdungball mitten in die Gosch. Die Schande war groß. Wir verloren das Match, der Offizier sein Gesicht und der Dalai Lama war blamiert, womit seine Position gegenüber Peking zu wackeln begann. Diese Provokation einer »imperialistischen Mönchsnomenklatura« konnte von den Chinesen natürlich nicht hingenommen werden und Scharmützel an der Grenze begannen, bei denen ich übrigens bald darauf erschossen wurde. Der Rest ist Geschichte.

Es ist nachträglich gesehen ein saudummes Gefühl, dass das eigene Land überrannt und geknechtet wird, nur weil man einen Ball nach rechts verzogen hat. Wirklich dumm. Tut mir Leid, Leute. Aber die Chinesen lauerten schon seit Jahren hinter der Grenze und haben nur darauf gewartet, dass ein Ball rüberfliegt, damit sie endlich einmarschieren können. Also, was soll’s.

In vielen vergangenen Leben hatte ich (so glaubte ich zumindest) genügend gutes Karma angesammelt, um im buddhistischen Sinne einem letzten Anhaften gemäß, als zukünftiger OPEN-Sieger in Schottland wiedergeboren zu werden.

Stattdessen bekam ich die karmische Höchststrafe: Ich wurde als Deutscher wiedergeboren und musste für Jahre als clubfreier Golfer mit mittlerem Handicap in der Hölle schmoren – bis mich die Zecke biss!

Während die Ärzte ihre Geschütze gegen die Borrellien auffuhren, begann ich dieses Buch zu schreiben. Ho Lin Wan half mir immer wieder, mich beim Schreiben auf die frei schwingende Zentrifugalebene zu transponieren. Dafür sei ihm herzlich gedankt.

Die Golfderwische von Tao Yin

Wenn ich an Ho Lin Wan denke, überfluten mich Erinnerungen an meine alte Heimat, lebhafte Bilder aus einem vergangenen Leben, eindringliche Farben, der leuchtende Himmel Tibets. Die Linghorstraße raus, Richtung Dechen Dzongnen Dzong, stand das Haus meiner Eltern. Wir liefen als Kinder durch halb Lhasa Richtung Norbu Linga. Wir hatten einen Platz im Juwelenpark, wo wir mit kaputten Schlägern übten, die uns einige Langnasen überlassen hatten. Der Blick von dort zum Potala war atemberaubend.

Cartoon: Peter Ruge

Der Golfplatz Lhasa wurde, wie alles andere auch, während der chinesischen Kulturrevolution zertrampelt, aber einige Golf-Mystiker besuchen diesen Platz nach wie vor. Anhand der alten Lagepläne kann man sehen, dass unser 9. Loch gerade dort lag, wo jetzt die Kassen einer chinesischen Supermarktkette stehen. Hier wird kein Golf mehr gespielt, aber nachts im freien Feld ziehen immer noch stumme Gestalten auf der endlosen Suche nach ihrem Yakdung-Ball über die imaginären Fairways zwischen Nomadenzelten und Stupas. Sie murmeln:

Gate, Gate,

Ball weg,

Rechts raus

Irgendwo im Fluss.

Seinen Weg gehen, den Weg gehen (Sanskrit: Gate) ist eine uralte Metapher aus dem Buddhismus und esoterischen Taoismus. Der historische Gautama Buddha wurde auch als der Tathagata (Sanskrit: der So-Gegangene) bezeichnet.
Der, der diesen Weg ging – der nicht zu benennen ist, wie Laotsesagt. Das Abschreiten eines Golfplatzes, das ständige Kreisen über die gleichen 18 Bahnen ist ein Ritual fernöstlicher Tradition, wobei der Wechsel der Natur in den Jahreszeiten die Wandlung der Dinge symbolisiert. Der Buddha sieht die Ursache allen Leidens im Anhaften. Dies führt zu endlosen Wiederverkörperungen.
Wir sehen die Ursache allen Leidens darin, dass wir den Kopf nicht unten lassen und nicht genügend durchschwingen. Das führt zu endlosen neuen Runden des Leidens. Das Loslassen, das Nichtanhaften im buddhistischen Sinne, gelingt im Golfsport nur mit Hilfe einer Gemeinde (Sangha), die ich bei den Anonymen Golfern fand.

Die Zehn, in der kabbalistischen Mystik die Zahl der Unendlichkeit, wird mit der Acht, der heiligen Zahl der Buddhisten, vereinigt. Der achtfache Pfad und die Unendlichkeit. Die Vision der Vereinigung des euroarabischen Kulturraumes mit der Weisheit des Ostens ist in exoterischen Fragmenten heutzutage in der European Tour erkennbar, die im Fernen Osten beginnt und über Arabien und Nordafrika nach Europa kommt. Das Kreisen der 18 Pfade in die Unendlichkeit drückt auch den Reinkarnationsgedanken deutlich aus.
Das Instant-Karma im Golf gibt unerbittlich sofortiges Feedback auf Handlung und Gedanken. Das ständige Bedürfnis, zum Club zu fahren, um wieder und wieder die »Runde« zu gehen, erinnert an die Seele des Menschen, die sich immer wieder neu verkörpern muss. In der Bergwelt des Himalaja umschreitet der Gläubige die Stupa, eine runde Felsansammlung oder einen Turm, der mit Fahnen und Symbolen des Glaubens geschmückt ist – OM MANI PADME HUM murmelnd – den Blick zu Boden gerichtet, was aus der Zeit stammt, als dabei tatsächlich noch Bälle gesucht wurden. Diese spärlich erhaltenen Fragmente früher golferischer Tradition des Buddhismus sind noch um Lhasa, aber auch in Kathmandu und an manchen Orten in Sikkim und in Bhutan zu beobachten.

»Gate, Gate

so gegangen

findet der Weise

seinen Weg.«

Der Hintergrund fernöstlicher Golflegenden sind die in esoterischen Kreisen bekannten Geschichten von den wirbelnden Golfderwischen von Tao Yin. Sie lebten vor über tausend Jahren nördlich der Provinz Kham in einem verborgenen Seitental des tibetischen Hochlandes, das Shambhala genannt wurde.

Von dort gelangte der »Weg der weißen Kugel«*, der dem Buddha Amitaba geweiht ist, in das heutige Sikkim und Bhutan und dann nach Boulder, Colorado. Das Spiel ist in diesen Hochgebirgsregionen, wo der Ball unglaublich weit fliegt, sehr schwierig. Deshalb wurde mit einem Leichtball aus gepresstem Yakdung gespielt. Es ist vermutlich vollkommen müßig, ungläubigen Langnasen zu erzählen, dass wir damals Yetis als Caddys hatten, die allein durch ihren feinen Geruchssinn in der Lage waren, die Yakdungbälle wiederzufinden. Das Golfspiel war ein Akt der Meditation und der Reinigung. Eine Runde zog sich über Monate hinweshalb es sinnvoll war, in diesen klimatisch extremen Bedingungen mit Zelten, Yaks, Köchen und allem zu reisen, was man in der Einsamkeit der Bergtäler brauchte.

Die Yetis hielten sich fern, tauchten aber immer auf, wenn sie gebraucht wurden, und fanden den Yakdungball auch in irgendeinem Seitental in 5000 Meter Höhe. Dafür ließen sie sich gerne abends Lieder vorsingen, weil sie selbst nicht singen konnten. Sie liebten Weihnachtslieder. »Stille Nacht« und »Ihr Kinderlein kommet«, Gassenhauer in Lhasa und jedem Mönch bekannt, waren besonders beliebt. Die Yetis wurden nach einem Weihnachtslied bisweilen etwas melancholisch, ansonsten waren sie friedlich und verfilzt wie wir. Aber sie spielten selbst kein Golf.

Die wirbelnden Schwungtechniken der Meister von Tao Yin,
die auf der zentrifugalen Bewusstseinsebene entwickelt wurden,
beeinflussen bis heute den Golfsport.

Tai-Chi- und Chi-Gong-Übungen fördern die Balance der inneren Achse, um die der Schwung rotiert. Ich hatte in meiner Jugend die Gelegenheit, unter Anleitung des Tai-Chi-Meisters Gia Fu Feng einige Formen zu üben, die mir halfen, mein Gefühl für meine Mitte zu entwickeln. Diese Übungen sind gut für Körper und Geist. Eine Tanzvorführung des Meisters Al Huang zeigt Balance, Harmonie und Konzentration in höchster Formvollendung.

Die Fähigkeit zur Entwicklung der Konzentration sowie meditative Erfahrungen, wie sie in westlichen Yogaschulen gelehrt werden, haben Golfer von jeher angezogen. Gia Fu Feng – wie auch später Al Huang – arbeiteten Jahre in dem berühmten Esalen Institute, Big Sur, in Kalifornien.
Tim Gallwey erwähnt diesen Ort im Zusammenhang damit, dass er einen der Gründer dieses Institutes, Michael Murphy, zum Golfspiel trifft. Murphy, der Verfasser von Golf und Psyche, erzählte ihm, dass die Konzentration von Nicklaus oder Hogan ihn an die Fähigkeiten großer Yogis erinnere: »Ich habe Hogan oft beobachtet und kann sagen, dass er eine starke Aura hatte, die von vielen im Publikum gespürt wurde. Ich erinnere mich, wie jemand erzählte, dass während der US Open 1955 fast jeder, der ihm (Hogan) zuschaute, das Gefühl hatte, hypnotisiert zu sein. Die Luft um ihn herum konnte man mit dem Messer schneiden. Ohne es zu wissen, war er für die fünftausend Zuschauer, die mit ihm liefen, wie eine Art Meditationslehrer.“

Wo war ich? Ach ja! Tao ist die traditionelle Bezeichnung für den Weg im Laotse’schen Sinne. Der chinesische Philosoph Laotse hat unter dem Titel Tao Te King (übersetzt: Weg des Kings), die erste Elvis-Presley-Biographie schon vor fast 3000 Jahren geschrieben.

Yin ist in seiner Urbedeutung das Wolkige, Trübe. Es bezeichnet die zentrifugale Kraft im Universum, der Gegenpart Yang die zentripetale Kraft. Zusammen symbolisieren sie das duale Prinzip. Himmel und Erde, männlich und weiblich, Plus und Minus, Ball und Schläger, in ihrem ewigen Wandel. Die Erkenntnis vom Lauf der Dinge (was Laotse als Sinn, Weg, oder Tao bezeichnet) führt uns zu unserer inneren Mitte, jenem Dreh- und Angelpunkt, um den sich das Golfspiel dreht. Diese Erkenntnis vom ewigen Gesetz der Wandlung hilft uns das anzunehmen, was uns im Spiel wie im Leben begegnen wird.

Vermutlich wird es den Leser besonders interessieren, dass es schon in den Wendezeiten der Tsin- und Han-Dynastien eine ganze Schule der Yin-Yang-Lehre gab, die »damals viel Aufsehen erregte«. Der Grundgedanke ist die Wandlung.

Wie soll Meister Kung gesagt haben, als man ihm von den Einnahmen des Proshops im Kloster Tao Yin berichtete:

»Alles fließt dahin,

wie dieser Fluss,

Tag und Nacht.«

Tao Yin bezeichnet den Weg der Zentrifugalkraft. »Swing the Clubhead«, wie der Golflehrer Ernest Jones sein Lehrbuch nannte. Die wirbelnden Golfderwische kannten diesen in drei Disziplinen: im Tanzen, der Steinschleuder und in der oben beschriebenen Form des Golfens. Den Begriff Derwisch, der aus dem islamischen Kulturraum stammt, habe ich der Einfachheit halber übernommen. Wie Derwische erleben auch siegreiche Ryder-Cup-Spieler ekstatische Bewusstseinsstufen der Verzückung durch ununterbrochenes Drehen und Tanzen auf dem Grün. (Olazabal!)

Der Geist der Derwische wirkt aber auch in jenen Golfern, die den Ball rechts ins Rough schlagen und dann links im Semirough suchen, weil das Gras dort kürzer und der Ball somit leichter zu finden ist. Ihr Verhalten wird von archetypischen Erinnerungen des kollektiven Unterbewusstseins gesteuert (vgl. C. G. Jung) und erinnert an den berühmten Derwisch Nasruddin, der trunken vom Tanze heimkommt und seinen Schlüssel nicht findet. Er sucht aber nicht im Dunkel, dort wo er seinen Schlüssel verloren hat, sondern da, wo der Mond hinleuchtet … weil er da besser sieht.

(ep)

Fußnote
Im Frühjahr 1998 bestellte ich mir mehrere Bücher über die spirituellen Aspekte des Golfsports, darunter auch Michael Murphys »Golf in the Kingdom«. Wochen später erfuhr ich von einem Bekannten, dass dieses Buch unter dem Titel »Golf und Psyche« erschienen war. Zu dieser Zeit schenkte mir der Maler und Dichter Theo Köppen aus Göttingen den Mitschnitt eines Vortrags, den der amerikanische Zen-Meister Richard Baker Roshi in der Nähe von Kassel gehalten hatte. Zufällig, in einer Lesepause von Murphys Buch, stellte ich den Kassettenrekorder an, und das Band begann exakt an der Stelle, an der Baker Roshi (in einem ansonsten vollkommen golffreien Vortrag) erzählt, wie er von Michael Murphy eingeladen war, um der Präsentation von Murphys neuem Golfbuch »Shivas Irons« beizuwohnen. Murphy hatte einige Aspekte und Gedanken seines mystischen Golfgurus Shivas Irons im Gespräch mit Baker Roshi entwickelt und wollte ihm mit dieser Einladung seinen Respekt erweisen. Nach der gelungenen Präsentation saß die Gesellschaft beim Dinner zusammen und Baker Roshi lernte Scott McCarron kennen. Dieser (damalige) Spitzenspieler der US-PGA-Tour erzählte ihm, dass er aufgehört hat, irgendwelche Technik zu üben. Die Stille des Geistes in seiner Pre-Shot-Routine sei seine Methode, um den perfekten Rhythmus im Schwung zu realisieren, um »in the zone« zu kommen, wie Profigolfer diesen frei schwingenden Zustand von Körper und Geist bezeichnen. Er erzählte von Übungen, die Baker Roshi sofort als klassische Zen-Übungen erkannte, von denen der Pro wiederum bis dato nie gehört hatte. Interessant, nicht?

Auszug aus: Der Weg der weißen Kugel

(c) by Eugen Pletsch, 1995