Bienenstich

Seit dem Lockdown schreibe ich nicht mehr, warum auch. Zum Thema Golf ist alles gesagt, was ich zu sagen hatte und von allen anderen Themen verstehe ich noch weniger und überlasse es anderen ihre (meist) überflüssige Meinung in die Welt zu blasen.

Ich weiß auch gar nicht, wie ich es früher, als Golfer und meist in drei Jobs berufstätig, noch die Zeit fand, (meist Sonntagmorgens) endlose Zeilen zu bloggen.
Was ich jetzt mache? Meist hocke ich nachmittags in den Praxen meines Breitbandspektrums an Ärzten, Heilpraktikern und Physiotherapeuten. Oder ich besuche eine alte Mühle, einen Gnadenhof im Nachbarort, wo ich gnadenlos laut singen und Gitarre üben kann.
(Meine Hoffnung, nochmal als Straßensänger die Welt zu erschüttern, wird zwar immer unwahrscheinlicher, aber noch glaube ich dran.) 
Seit ich begriffen habe, dass es Grasmilben sind, die mich den ganzen Juni gequält haben, gehe ich kaum noch in den Wald (wie zuvor fast täglich), aber wenn es warm ist, gehe ich im Nachbarort schwimmen. Nicht viele Bahnen, aber es spart mir das morgendliche Duschen. Dann gehe ich nach Anweisung von Frau Dr. W. barfuß über die Wiese, um mich zu erden. Dabei trat ich heute in eine Biene. Interessant zu spüren, wie der Schmerz mein Nervensystem durchdrang.
Ich schaffte es gerade noch bis zu Hause, wobei das Kupplung treten ausgesprochen unangenehm war. (Den Stachel hatte ich zwar aus der Fußsohle entfernt, aber offensichtlich war es ein Volltreffer in irgendeinen Nerv).
Was nun? Zwiebelsaft oder Essig? Die Heilerin vom Nachbarort empfahl Ledum-Globuli, woran ich zwar nicht mehr glaube, was aber überraschend schnell half.

Zu Hause blieb mir nicht anderes übrig, als ein bisschen auf der Gitarre zu klimpern, um dann auf Youtube zu versacken. (Mittlerweile bin ich Shorts-süchtig). Ich hörte einen Podcast über die Mär vom unprovozierten Angriffskrieg Russlands, die Oberstleutnant a. D. Jochen Scholz auf den Nachdenkenseiten zerpflückt.

Dann, wie Florian Warweg von ‚geleakten Papieren‘ der Bundesregierung berichtet, nach denen Bundesbehörden im nicht näher definierten „Kampf gegen Desinformation“ zur Narrativ-Gleichschaltung blasen.
Schaut Euch sowas besser nicht an, das bringt Euch nur auf die schiefe Bahn und plötzlich glaubt Ihr nicht mehr, was alle anderen glauben sollen.

Dann las ich ein Kapitel aus Broeckers neuem Buch Das Gedächtnis der Natur, in dem er sich über Rupert Sheldrake und seine ‚morphische Felder‘ auslässt. Soweit ich mich erinnere, habe ich Sheldrake zweimal getroffen. Einmal Buchmesse (?) und dann, als er mit Tim Leary in der Mannheimer Feuerwache auftrat, moderiert von Werner Pieper. Tim war auf Deutschlandreise, vor dem Auftritt saßen wir eine Weile zusammen. Es war das letzte Mal, dass ich ihm begegnete. Tim schien niedergeschlagen, dann erzählte er mir, dass seine Tochter die Nacht zuvor Selbstmord begangen hatte.

Eugen und Tim in einer Mannheimer Kneipe

But the Show must go on. Tim und Rupert, die galaktischen Zauberer, warfen sich auf der Bühne Geistesblitze zu, gelegentlich unterbrochen von Piepers Anekdötchen.
Morphische Felder haben mich insofern interessiert,als ich damals in der Modebranche als Vertriebler im Bereich „young Fashion“ bundesweit unterwegs war. Zu der Zeit gab ich noch keine Musikvideos, geschweige denn Internet, aber die Teens wussten immer, welche Schnitte und Klamotten gerade angesagt waren, z.B. Jeans-Schnitte! Eng oder weit und welche Waschung.
Woher wussten die das? Überall, bundesweit, wahrscheinlich Europaweit (außer im Osten, da gab es nur ‚Moonwash‘ ) – von heute auf morgen und bevor diese Modetrends in den Jugend-und Modezeitschriften zu sehen waren. Wir hatten auch ein Kleid, das bundesweit Furore machte, aber das war in einer Langnese-Werbung im Kino zu sehen.
Sheldrake habe ich dazu nicht gefragt, aber für mich war Mode ein Beweis, dass seine Thesen richtig sind.

Broeckers Artikel wurde auf dem Magazin „Multipolar“ veröffentlicht. Ich war bestimmt schon mal irgendwann auf Multipolar, aber mein Bienenstich gab mir nun Gelegenheit, mich dort etwas genauer umzusehen. Femdom Faeser ist von denen sicher kein Freund, soviel ist klar.

In der rechten Spalte von Multipolar entdeckte ich einen Blogger namens Norbert Häring, den ich bisher nicht kannte. Ich las zwei seiner Artikel, nämlich dass die IHR-Reform während der Fußball Europa-Meisterschaft durchgeflutscht ist, wodurch die WHO nun nach Lust und Laune und auf Verdacht Pandemien ausrufen kann.
Und dann las ich einem älteren Artikel, dass die Bundesregierung nicht einmal mehr den Anschein wahrt, ein souveränes Land zu regieren.
(Bestätigt sich durch die aktuelle Langstreckenraketen-Stationierung. Jetzt, Ihr Wiesbadener, heißt es: tiefe Keller graben – wobei das auch nichts nützen wird).

Diese Blogs enthalten natürlich nur scheußliche ‚Verschwörungstheorien‘ und weil mir das zu heiß wurde, habe ich keine weiteren Artikel angeschaut. Der Bienenstich hat mir nachhaltig klargemacht, wie sich eine strenge Behörden-Befragung anfühlen könnte, und so habe ich den Rest des Tages damit verbracht, mir auf YouTube Shorts anzusehen, am liebsten die Videos mit kleinen Kätzchen.  
Und das hier ist auch süß!
Und das hier zeigt, wie Nazis jahrelang vom Verfassungschutz observiert wurden.

Lebt lang und in Frieden

(ep)